Internationale Presseschau
28.02.2014

Zweifel an Chinas ambitionierten Solarplänen

depositphotos; Alan

Peking will den Photovoltaikzubau bei Aufdachanlagen steigern, um so das Problem mit dem Stromtransport in den Griff zu bekommen. Modulbauer wie Yingli und Shunfeng zweifeln jedoch an den Plänen und setzen lieber weiter auf den Bau großer Solarkraftwerke im Westen.

Chinas Ausbauziele für Photovoltaik-Dachanlagen sind womöglich deutlich zu ambitioniert, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Für Investoren, die die Aktien chinesischer Modulbauer wie Yingli oder Trina Solar vergangenes Jahr in die Höhe getrieben haben, drohe eine Enttäuschung. 

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Peking möchte im laufenden Jahr bei der Solarenergie insgesamt 14,5 Gigawatt Leistung zubauen, das entspräche in etwa der gesamten Stromerzeugungskapazitäten in Finnland. Acht Gigawatt davon sollen durch kleinere, dezentrale Anlagen zusammenkommen, wie zum Beispiel Aufdachanlagen. Die Regierung möchte dadurch dem Problem entgegenwirken, dass zwar im sonnenreichen Westen große Solarkraftwerke stehen, aber die Infrastruktur für den Stromtransport in die Ballungsräume im Osten und Süden fehlen. 

Probleme für Aufdachanlagen vielfältig

Die Unternehmen zweifeln jedoch an den ambitionierten Plänen für Aufdachanlagen, nicht nur wegen den schwierigen Genehmigungsprozessen. „Das Ziel ist schwer zu erreichen, solange der Staat die Förderung nicht erhöht“, sagte Wang Xiangfu, CEO des chinesischen Solarunternehmens Shunfeng Photovoltaic International. Im vergangenen Jahr hatte Shungfeng mit der Übernahme des heimischen Konkurrenten und früheren Weltmarktführers Suntech für Aufsehen gesorgt. Derzeit erhalten Hausbesitzer in China für ihre Aufdachanlagen 0,42 Yuan pro Kilowattstunde, das sind knapp fünf Eurocent. Um dezentrale Anlagen attraktiv zu machen, müsste die Regierung die Vergütung um 0,10 Yuan erhöhen, sagen Analysten. 

Selbst in den staatlich kontrollierten Medien gäbe es inzwischen Bedenken an den Ausbauzielen der Regierung, schreibt Reuters, teilweise auch wegen der Qualität chinesischer Hausdächer. Modulbauer wie Yingli werden deswegen vermutlich auch 2014 vor allem große Solarkraftwerke bauen.

Im vergangenen Jahr erreichte China den mit rund elf Gigawatt bisher höchsten Photovoltaik-Zubau weltweit. Die meisten Kraftwerke, die zum Teil noch ohne Netzanschluss dastehen, bauten die Konzerne in der Wüste Gobi oder in den kargen Hügeln im Westen Chinas. 

 

Daniel Seeger
Keywords:
China | erneuerbare Energien | Internationale Presseschau | Photovoltaik | Solarenergie
Ressorts:
Governance

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