09.11.2016

Wirtschaftsboom durch Klimapakt

Foto: Ximagination / iStock.com
Die IFC-Analysten sehen den Kampf gegen den Klimawandel auch als große Business-Chance.

Eine aktuelle Studie des Weltbankmitglieds IFC rechnet mit 20 Billionen Euro an neuen Investitionsgelegenheiten in Entwicklungs- und Schwellenländern – dank des Pariser Klimaabkommens.

Das in Paris verabschiedete und letzte Woche offiziell in Kraft getretene internationale Klimaabkommen von Paris sieht auf den ersten Blick zwar nicht wie ein Wirtschaftsförderungsprogramm aus. Dennoch geht die International Finance-Corporation (IFC) davon aus, dass durch die dem Papier folgende Politik neue Geschäftsfelder gestärkt würden. Diese könnten demnach bis 2030 allein in Entwicklungs- und Schwellenländern insgesamt über 20 Billionen Euro umfassende Investitionsmöglichkeiten schaffen, schreibt das Mitglied der Weltbank-Entwicklungssparte in einer jüngst veröffentlichten Studie.

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„Es hat noch nie eine bessere Zeit für klima-intelligente Investitionen gegeben als jetzt“, sagt IFC-Vizepräsident Phillipe Le Houéro. Für 21 sich entwickelnde Märkte hat die IFC das entstehende Investitionspotential berechnet. In Ostasien und der Pazifik-Region werde sich dieses demzufolge vor allem im grünen, klimafreundlichen Bausektor zeigen und von den Analysten auf 14 Billionen Euro Umfang geschätzt. Mit Geschäftschancen in Höhe von 2,3 Billionen Euro liege die Region Lateinamerika direkt dahinter. Dort sei der nachhaltige Transportsektor die Boom-Branche. In Südasien könne man der IFC zufolge mit 2,2 Billionen Euro großen Chancen im Bereich der Klimawandel-Anpassung der Infrastruktur rechnen.

 

Klimaskeptischer US-Präsident

In Afrika südlich der Sahara werden laut dem Bericht saubere Energien Geschäftsgelegenheiten von über 707 Milliarden Euro bieten. Während es in Osteuropa vor allem die Energieeffizienz und grünes Bauen seien, die für 600 Milliarden Euro an Investitionschancen sorgen werden. Gut 240 Milliarden Euro dürften demnach im Mittleren Osten und Nordafrika gebraucht werden und zwar hauptsächlich für den Ausbau der Erneuerbaren.

Dass nun mit Donald Trump ein Klimawandel-Skeptiker zum Präsidenten der USA gewählt worden ist, der bereits damit drohte das Klimaabkommen zu kippen – damit haben die Analysten vielleicht nicht gerechnet. Klimaschützer wie der Oxfam-Politikexperte Jan Kowalzig befürchten: „Mit diesem Wahlergebnis stehen der internationalen Klimapolitik extrem schwierige Zeiten bevor“. Ob Trump tatsächlich das Pariser Abkommen verlassen werde, „bleibt allerdings abzuwarten. Im Interesse der USA wäre das keinesfalls – allein dieses Jahr hatten die USA über 280 Millarden US-Dollar an Schäden infolge extremer Unwetter zu beklagen“, kommentiert Kowalzig aus Marrakesch, wo die Welt nun über die Umsetzung des Klimapaktes berät.

Tim Lüdtke
Keywords:
Klimapakt | Klimaabkommen | COP21 | COP22 | Paris | Marrakesch | Business | Geschäftschancen | IFC | Weltbank Gruppe | World Bank Group | Oxfam | Klimawandel
Ressorts:
Finance | Governance

Kommentare

Hallo, vielen Dank für den interessanten Bericht, der Mut macht, dass Trump nicht so viel Schaden in der Klimapolitik anrichten kann wie George W. Bush, der das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls um 5 Jahre verzögerte. Heute ist die Lobby der Erneuerbaren viel stärker; Klimapolitik wird zunehmend zur Wettbewerbspolitik. Fügen Sie bitte noch den Link zur Original-Studie ein.

Vielen Dank für ihren Kommentar. Ihrer Bitte sind wir gerne nachgekommen: Sie finden die Studie nun am Ende des ersten Absatzes verlinkt.

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