Offshore-Windenergie
25.04.2016

Windpark vor Rügen soll 400.000 Haushalte versorgen

Foto: siemens.com/presse
Siemens liefert 60 Windturbinen des Typs SWT-6.0-154 für den Windpark Arkona.

Eon und Statoil bauen einen Windpark nordöstlich von Rügen. Die beiden Unternehmen gaben am Montag die Investitionsentscheidung für das Projekt Arkona bekannt. Ab 2019 sollen die 60 Anlagen Strom liefern.

Geplant ist eine Gesamtleistung von 385 Megawatt (MW), das Investitionsvolumen betrage mehr als 1,2 Milliarden Euro, gaben die beiden Partner bekannt. Eon betreibt bereits Windparks in der Nordsee, der norwegische Staatskonzern Statoil steigt mit dem Investment in den deutschen Offshore-Markt ein. Beide Konzerne sind jeweils zur Hälfte an Arkona beteiligt.

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Die Kooperation spare Kosten, da Statoil Erfahrung mit eigenen Offshore-Windparks einbringe, erläuterte ein Eon-Sprecher gegenüber bizz energy. Man profitiere außerdem von technologischen Fortschritten des Herstellers Siemens, der Turbinen der neuesten Generation SWT-6.0-154 liefere. Zudem sei die Logistik am Hafen Sassnitz auf Rügen genau auf die Erfordernisse des Projekts zugeschnitten. Ein Teil des Hafens wird extra für Arkona umgebaut.

 

Hohe Vergütung bei gesunkenen Kosten

Eon und Statoil können trotz gesunkener Kosten mit hohen Vergütungen rechnen, weil für Offshore-Parks, die bis Ende 2019 in Betrieb gehen, im EEG eine besonders hohe Vergütung von 19,4 statt 15,4 Cent für jede Kilowattstunde vorgesehen ist, die in den ersten zwölf Jahren eingespeist wird. Nach diesem Zeitraum erhalten die Investoren noch mehrere Monate lang die erhöhte Vergütung von 15,4 Cent pro kWh, weil der Windpark 35 Kilometer vor der Küste von Rügen in einer Wassertiefe von 23 bis 37 Metern liegt. Nach einer Auswertung von bizz energy research bieten Offshore-Windparks derzeit Traumrenditen von 25 Prozent (hier lesen). Verbraucherschützer dringen deshalb im Interesse der Stromkunden auf geringere Fördersätze.

Spätestens im kommenden Jahr solle mit dem Bau begonnen werden, teilte Eon Climate and Renewables mit. Ab dem Sommer 2018 wolle man die Turbinen errichten, ergänzte Siemens. Bis zu 400 Mitarbeiter werden den Bau von Sassnitz steuern. Während des Betriebs sollen nach Angaben von Eon 150 Arbeitsplätze entstehen.

Für die ersten beiden Jahren haben Siemens und Eon eine Vereinbarung über die gemeinsame Wartung der Sechs-Megawatt-Turbinen geschlossen sein, teilte der Münchner Technologiekonzern mit. Zur Servicevereinbarung gehöre auch eine Fernüberwachung rund um die Uhr durch ein Siemens-Kontrollzentrum im dänischen Brande.

Manuel Berkel
Keywords:
Eon | Statoil | Offshore | Offshore-Windenergie | Arkona
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