Studie
27.06.2017

Windenergie schiebt Erneuerbaren-Jobs an

Foto: istockphoto/MR1805

Vor allem durch die Krise der Solarbranche ist die Zahl der Erneuerbaren-Arbeitsplätze in Deutschland 2015 gesunken. Nur im Norden und Osten blieben die Zahlen dank neuer Windkraft-Jobs stabil oder stiegen.

Die positiven Ausreißer sind Baden-Württemberg, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein: In diesen vier Bundesländern waren 2015 mehr Menschen im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt als noch drei Jahre zuvor, wie eine aktuelle Studie der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt. Die Küstenländer hätten besonders vom Ausbau der Windenergie – vor allem im Offshore-Bereich – profitiert, heißt es darin.

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Schleswig-Holstein und Hamburg konnten dementsprechend mit 18,7 und 7,5 Prozent kräftig zulegen, während die Arbeitsplätze in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern zumindest annähernd stabil blieben. „Insbesondere in strukturschwachen Regionen können durch den Ausbau Erneuerbarer Energien und die Erzeugung von regenerativem Strom und Wärme neue Beschäftigungsperspektiven ermöglicht werden“, kommentiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, die Zahlen.

Schwacher PV-Zubau

Bundesweit ging die Zahl der Erneuerbaren-Jobs jedoch zurück: von rund 400.000 im Jahr 2012 auf noch 330.000 im Jahr 2015. Dazu beigetragen habe neben dem Abbau von Fertigungskapazitäten in der Industrie der stark abgeschwächte Zubau von Photovoltaik-Anlagen, heißt es in der Studie. Dieser habe auch im Handwerk zu deutlich weniger Beschäftigung geführt. 

Doch die Agentur für Erneuerbare Energie, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird, fokussiert lieber aufs Positive: Sie verweist darauf, dass weitere Aspekte wie die Digitalisierung der Energieversorgung, Elektromobilität oder Energieeffizienz nicht Teil der Statistik seien, jedoch zusätzlich für Beschäftigung sorgten. „Ein Mehr an Energiewende und ein schnellerer Ausbau der Erneuerbaren sorgt so nicht nur für Klimaschutz, sondern schafft auch neue Jobs“, erklärt Vohrer. Besonders in den ostdeutschen Bundesländern sei der Ausbau von Wind- und Solarenergie ein wichtiger Arbeitsmarktfaktor.

So könne beispielsweise in Sachsen-Anhalt jeder 40. Arbeitsplatz oder mehr als 25 von 1.000 Beschäftigten den Erneuerbaren zugerechnet werden. In Mecklenburg-Vorpommern seien es rund 21 und in Brandenburg etwa 18 Erneuerbare-Jobs pro 1.000 Beschäftigte. Die Energiewende schaffe nicht nur neue Jobs, sondern auch für die bestehende Industrie ergäben sich durch die Zulieferketten neue Vermarktungs- und damit Wachstumsmöglichkeiten.  
Immer mehr Arbeitsplätze würden zudem durch Betrieb und Wartung bestehender Anlagen gesichert. 2015 machte dieser Bereich der Studie zufolge bundesweit einen Anteil von 22,6 Prozent an den Jobs der Erneuerbaren-Branche aus. Bei den Bundesländern sei dieser Anteil in Rheinland-Pfalz (rund 33 Prozent) sowie in Schleswig-Holstein (27,4 Prozent) besonders hoch gewesen, weil sie jeweils über einen relativ gut ausgebauten Erneuerbaren-Park verfügten.

Jutta Maier
Keywords:
erneuerbare Energien | Arbeitsplätze | Bundesländer | Windkraft | Photovoltaik | Agentur für Erneuerbare Energien
Ressorts:
Markets

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