Pariser Klimaabkommen
02.06.2017

US-Firmen enttäuscht von Trump

Foto: istockphotos/EOSdude

Tesla-Chef Elon Musk und andere Firmenlenker kritisieren Donald Trump für seinen Rückzug vom Klimaabkommen von Paris. Sie wollen weiter gegen die Erderwärmung kämpfen.

Elon Musk hat Wort gehalten: Nachdem Donald Trump am Donnerstag den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet hatte, teilte der Tesla-Chef mit, aus allen Beratergremien des US-Präsidenten auszutreten. Diesen Schritt hatte er am Tag zuvor angekündigt. „Klimawandel ist real. Sich von Paris zurückzuziehen, ist weder gut für Amerika noch für die Welt“, twitterte der Silicon-Valley-Gründer zur Begründung. Walt-Disney-Chef Robert Iger legte sein Berateramt als Reaktion auf die Entscheidung Trumps ebenfalls nieder. Beide waren Mitglieder des „Strategic and Policy Forum“, das der Präsident im Dezember ins Leben gerufen hatte. Uber-CEO Travis Kalanick war bereits im Februar aus dem Gremium ausgestiegen, nachdem ihn Aktivisten und Mitarbeiter wegen Trumps umstrittener Einwanderungspolitik unter Druck gesetzt hatten.

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Er habe alles getan, was er konnte, um Trump zum Verbleib im Abkommen zu überzeugen, schrieb Musk am Mittwoch. Nach der Entscheidung des US-Präsidenten verwies der Tesla-Chef auf Indiens Pläne, bis zum Jahr 2030 nur noch elektrisch betriebene Autos verkaufen zu wollen.  Dann twitterte er über Chinas Ankündigung, sich weiter an das Abkommen zu halten und 20 Prozent seiner Energie bis 2030 aus Erneuerbaren herstellen zu wollen. Musk verkauft neben E-Autos auch Solaranlagen und PV-Dachziegel.

GE-Chef: "Industrie muss nun vorangehen"

Auch Jeff Immelt, der Chef von General Electric, äußerte sich „enttäuscht“ über Trumps Entscheidung. Immelt ist Mitglied des sogenannten „Manufacturing Councils“ des Weißen Hauses. „Die Industrie muss nun vorangehen und darf nicht von Regierungsentscheidungen abhängen“, twitterte er. Zahlreiche andere große US-Konzerne kündigten an, das Klimaabkommen weiter unterstützen zu wollen, darunter Google und Amazon. Goldman Sachs-CEO Lloyd Blankfein nahm Trumps Entscheidung zum Anlass, seinen ersten Tweet abzusetzen: „Die heutige Entscheidung ist ein Rückschlag für die Umwelt und die führende Position der USA in der Welt“, schrieb er.

Selbst die fossile Energiewirtschaft in den USA ist gespalten. Die zwei großen Ölkonzerne ExxonMobil und ConocoPhillips hatten schon vor Trumps Kündigung verlauten lassen, dass sie für einen Verbleib der USA im globalen Klimadeal sind. Ihr Argument: Die USA sind besser dran, wenn sie am Tisch sitzen und die Regeln mitbestimmen können. Über einen weiteren Grund reden die Ölkonzerne nicht so laut: Aus Big Oil ist längst Big Oil and Gas geworden. Erdgas profitiert zumindest in der jahrzehntelangen Übergangszeit massiv von strengen Klimaschutzvorgaben, vor allem, wenn Kohlekraftwerke durch Gasturbinen ersetzt werden, die deutlich weniger Kohlendioxid ausstoßen. Die US-Kohleindustrie unterstützt die Kündigung dagegen. Tyler White, Präsident der Coal Association in Kentucky, sagte, Trump mache jetzt seine Versprechen war.

Unterdessen rief Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) dazu auf, den Kampf gegen den Klimawandel umso entschiedener voranzutreiben. „Der internationale Klimaschutz wird weitergehen und sich von dieser Entscheidung nicht aufhalten lassen“, sagte sie. Große Teile der Wirtschaft in den USA hätten sich bereits auf eine treibhausgasneutrale Zukunft eingestellt und die immensen wirtschaftlichen Chancen erkannt. „Sie werden sich durch die Entscheidung ihres Präsidenten nicht von ihrem Weg abbringen lassen“, teilte Hendricks mit. Der US-Bundesstaat Kalifornien etwa verabschiedete vor nur zwei Tagen ein Gesetz, wonach bis zum Jahr 2045 sämtliche Energie aus erneuerbaren Quellen stammen muss.

Jutta Maier, Jakob Schlandt
Keywords:
Klimaabkommen | Paris | USA | Donald Trump | US-Firmen | Elon Musk
Ressorts:
Governance | Markets

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