Pariser Abkommen
28.04.2017

Trump fordert besseren Klima-Deal

Innerhalb von zwei Wochen will Donald Trump verkünden, ob die USA das Klima-Abkommen aufkündigen. Der US-Präsident sieht sein Land bei dem Vertrag ungerecht behandelt.

Während des Wahlkampfes gab sich Donald Trump fest entschlossen: Der Republikaner versprach seinen Anhängern, innerhalb der ersten 100 Tage seiner Präsidentschaft aus dem Pariser Klima-Abkommen auszusteigen. Nach seinem Amtsantritt ließ Trump offen, wie seine Position zu dem Vertrag aussieht. Nun hat er klargestellt: Innerhalb der nächsten zwei Wochen wird sich entscheiden, ob Washington bei der von Amtsvorgänger Obama gemachten Zusage zur Reduzierung der Erderwärmung bleiben wird. Das sagte Trump der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. 

Anzeige*

Der US-Präsident beschwerte sich darüber, dass die USA in dem Klimaabkommen ungerecht behandelt worden seien. „Es ist nicht fair, weil sie praktisch nichts und wir große Summen bezahlen“, klagte Trump mit Blick auf China, Russland und andere Länder. Diese müssten laut des Vertrags weniger zahlen als die Vereinigten Staaten, um ärmeren Staaten beim Klimaschutz unter die Arme zu greifen. „Wir wollen fair behandelt werden“, sagte Trump, der seit vergangenem Samstag seit 100 Tagen im Amt ist.

Einigung vor G7-Gipfel angestrebt

Fast 200 Länder hatten den Vertrag Ende 2015 mit dem wegweisenden Ziel unterschrieben, die Erderwärmung auf „deutlich unter 2 Grad“ im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Dazu wollen die Teilnehmer den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren und in saubere Energie investieren. Aus der US-Verwaltung hieß es, dass man sich noch vor dem G7-Gipfel in Italien einigen wolle, berichtet Reuters.

Die Trump-Administration ist in der Frage des Klimavertrags gespalten: US-Außenminister Rex Tillerson und Energieminister Rick Perry plädieren dafür, nicht auszusteigen. Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster soll diese Sicht teilen. Gegner des Abkommens sind Scott Pruitt, Chef der Umweltbehörde EPA, sowie der Chef-Stratege des Weißen Hauses, Steve Bannon.

Inzwischen sprechen sich jedoch auch Republikaner und selbst Kohle- und Ölunternehmen für das Abkommen aus, weil sie um die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie fürchten. So schickte eine Gruppe von neun Republikanern Trump am Donnerstag einen Brief. Sie fordern den Präsidenten darin auf, Teil des Paktes zu bleiben, die Zusagen zur CO2-Minderung jedoch so abzuändern, dass sie „unserer Wirtschaft nicht schaden“. Trump solle das Abkommen vielmehr dazu nutzen, auch die Interessen der Ölindustrie „zu verteidigen und zu bewerben“. Das Schreiben stammt von dem Kongressabgeordneten Kevin Cramer aus dem Öl-Bundesstaat North Dakota sowie acht weiteren Republikanern aus dem Repräsentantenhaus.

Obama hatte seinerzeit angekündigt, die Treibhausgas-Emissionen der USA bis 2025 um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. Außerdem versprach er, drei Milliarden US-Dollar in einen Fonds für ärmere Länder einzuzahlen. Bislang sind eine Milliarde Dollar geflossen. Die Republikaner fordern Trump in dem Brief auf, kein weiteres Geld mehr zu zahlen.

Angriff auf Deutschland

Perry hatte Trump erst vor wenigen Tagen geraten, den Klimavertrag nachzuverhandeln, anstatt auszusteigen. Gleichzeitig verwies er verwies darauf, dass die USA und China bisher die größten Fortschritte bei der Reduzierung von Treibhausgasen gemacht hätten. Deutschland griff Perry dafür an, dass es seine Zusagen zum Klimaschutz nicht erfülle: „In Wahrheit sind ihre Emissionen gestiegen, weil sie mehr Kohle nutzen, und diese Kohle wird nicht mit sauberen Technologien gefördert“, sagte Perry. „Mein Punkt ist, unterzeichnet kein Abkommen und erwartet, dass wir dabei bleiben, wenn ihr nicht wirklich mitmacht und Teil davon seid.“ Die Äußerungen des US-Energieministers stießen in Deutschland auf Empörung. Ein Sprecher der Umweltbehörde bezeichnete Perrys Angriff als „absurd“.

Jutta Maier
Keywords:
USA | Pariser Klimaabkommen | Donald Trump | Rick Perry | Erderwärmung
Ressorts:
Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy September-Ausgabe 2017

Die neue bizz energy gibt es ab sofort am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de.

 
 

bizz energy Research

Individuell zugeschnittene Studien
und differenzierte Analysen sowie
kurze Reports.


Aktuelle Angebote:
» Jetzt anmelden zur 3. Runde unserer Ausschreibungssimulation Wind Onshore
» Zum Kostenbenchmarking Wind Onshore


MEHR INFORMATIONEN HIER

 
 

bizz energy Veranstaltungen