Windenergie
06.11.2017

Trump-Regierung setzt auf Offshore-Expertise aus Dänemark

Foto: Flickr/Tony Llama
US-Innenminister Ryan Zinke ist im Trump-Kabinett für die Offshore-Ölförderung, aber auch für Offshore-Windparks zuständig.

Obwohl von Kohle-Fans regiert, vereinbaren die USA mit Dänemark eine Zusammenarbeit zum Ausbau von Windparks vor ihren Küsten.

Die-Trump-Administration hat den „Krieg gegen die Kohle“ für beendet erklärt und will die USA aus dem Klimaabkommen von Paris führen. Dennoch möchte sie in Sachen erneuerbare Energien offenbar nicht völlig den Anschluss verlieren: Dänemark soll die Supermacht bei Offshore-Windenergie beraten.

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US-Innenminister Ryan Zinke und der dänische Energieminister Lars Christian Lilleholt haben Ende Oktober in Washington formal eine bilaterale Zusammenarbeit vereinbart, wie dänische Medien berichten. Dabei soll es vor allem um Know-how-Transfer aus Dänemark für Offshore-Windparks gehen.

Bisher drehen sich in den USA erst fünf Offshore-Windräder mit einer Kapazität von 30 Megawatt vor der Küste des Bundesstaats Rhode Island, die 2016 in Betrieb gingen. Dänemark betreibt seit Jahrzehnten Windparks auf See und verfügt über eine Gesamtkapazität von 1.271 Megawatt (Stand September). Der dänische Stromversorger Ørsted (ehemals Dong Energy) gilt als Offshore-Vorreiter. Das Unternehmen nimmt zunehmend außereuropäische Märkte ins Visier.

IT-Konzerne investieren in Dänemark

Der dänische Energieminister bezeichnete die Vereinbarung mit der klimaskeptischen Trump-Administration den Berichten zufolge als „riesigen Knüller“. Offshore-Wind biete den USA Versorgungssicherheit, sinkende Preise und viele Jobs, köderte Lilleholt. Die Vereinigten Staaten könnten eine „Schlüsselrolle“ auf diesem Sektor übernehmen. Lilleholt lud Zinke, der im Trump-Kabinett für Offshore-Energiegewinnung zuständig ist, für 2018 nach Dänemark ein.

US-amerikanische Internet- und IT-Konzerne interessieren sich bereits seit Längerem für dänisches Energie-Know-how – als Abnehmer grünen Stroms: Facebook errichtet nahe der Stadt Odense auf der Insel Fünen seit diesem Sommer sein neuestes Datenzentrum. Apple baut bei Viborg im Norden des Landes eine Serverfarm, die ihren Energiebedarf zu 100 Prozent aus Erneuerbaren decken soll. Als nächster Dänemark-Neuzugang wird Google gehandelt.

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Christian Schaudwet
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