09.02.2017

Trotz Trump: Allianz kauft große US-Windparks

Foto: Allianz
Die Konzerntochter Allianz Capital Partners investiert weiter in den USA, wie hier in Texas.

Skaleneffekte in den USA sind stärker als in Europa – zumindest aus Sicht institutioneller Investoren.

Weil Präsident Donald Trump nicht viel von Klimaschutz und erneuerbaren Energien hält, macht sich in der US-Renewables-Branche Torschlusspanik breit. Von der lässt sich allerdings der Münchner Allianz-Konzern nicht anstecken. Im Gegenteil: Die Konzerntochter Allianz Capital Partners hat sich gerade erst in zwei US-Windparks in Oklahoma und Illinois eingekauft.

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Der 200 Kilometer nordwestlich von Oklahoma-City gelegene Great-Western-Windpark hat eine Leistung von 225 Megawatt (MW), was dem ortsüblichen Strombedarf von 70.000 Haushalten entspricht. Mit 184 MW ist das Kelly Creek Windenergieprojekt in Illinois etwas kleiner.

Beide Investitionen dürften sich am oberen Ende der selbstgesteckten Einzelinvestitionsspanne von 50 bis 250 Millionen Euro bewegen, wie aus den technischen Dimensionen der beiden Windparks zu schließen ist. Allianz Capital Partners bestätigte bizz energy diese Einschätzung, wollte jedoch die exakten Kaufpreise nicht nennen.

 

Aussichtsreicher US-Markt

Derweil sucht Allianz Capital Partners in den USA noch weitere Windparks. Die Gründe erläutert Renewables-Bereichsleiter David Jones im Gespräch mit bizz energy.  "Der wesentliche Unterschied ist, dass Windenergieprojekte in den USA in der Regel deutlich größer sind als in Europa“, sagt Jones und erläutert die Bedeutung von Skaleneffekten: „Für Großinvestoren wie uns sind diese besonders attraktiv, denn der zeitliche, personelle und finanzielle Aufwand im Vorfeld der Investition ist bei großen Windparks nicht höher als bei kleinen. Es entstehen also economies of scale." Anders gesagt: Die Suche nach passenden Windparks ist aus Allianz-Sicht in den USA aussichtsreicher als in Europa.

Zudem wird die Produktion von Ökostrom auch in den USA staatlich gefördert, allerdings nicht mit subventionierten Stromeinspeisetarifen wie in Europa, sondern mit Steuervorteilen. So sieht der Production Tax Credit vor, dass Windenergieinvestoren zehn Jahre lang für jede einspeiste Kilowattstunde Strom eine Steuererleichterung von 2,3 US-Cent erhalten. Zudem erlauben die USA, Windenergieanlagen innerhalb von nur fünf Jahren vollständig abzuschreiben, was den zu versteuernden Gewinn der Investoren massiv senkt.

Allianz-Manager Jones geht davon aus, dass die von der Regierung Obama beschlossenen Förderregeln wie vorgesehen bis 2020 gelten und von Trump nicht rückwirkend geändert werden. Laut Jones „bleibt also noch Zeit für weitere Investitionen“.

 

Erneuerbare: Zukunft trotz Trump

Noch hat Trump nicht festgelegt, was danach kommt. "Die erneuerbaren Energien sind in den USA inzwischen eine Branche mit vielen Arbeitsplätzen und ein Motor des US-Wirtschaftswachstums", begründet Jones die Erwartung, dass Renewables auch nach 2020 und sogar unter Trump eine Zukunft haben.

Allianz Capital Partners hat als Konzerntochter die Aufgabe, Teile der Allianz-Kundengelder nachhaltig in erneuerbare Energien und Infrastruktur zu investieren. Die Infrastrukturinvestitionen lagen zuletzt über 4,6 Milliarden Euro. Mit 74 Windparks, sieben Solarparks und einem investierten Kapital von über 3,5 Milliarden Euro Europas größter institutioneller Investor im Renewables-Bereich.

Thomas Bauer, Frankfurt
Keywords:
Allianz | USA | Deutschland | Erneuerbare | Allianz Capital Partners
Ressorts:
Finance

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