Silicon Valley
27.01.2016

Rückschläge bei geplantem Apple-E-Auto

fotos: flickr, PR

Im Entwicklungsteam gibt es offenbar Verwerfungen. Die gefährden den Plan, ein Fahrzeug mit Elektro-Antrieb auf den Markt bringen.

 

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Ob es nun “iCar” oder „Apple Car“ heißen wird - das gar nicht so geheime Geheimprojekt von Apple ist ins Stocken geraten: Führungskräfte haben einen Einstellungsstopp für das Team verhängt, dass seit zwei Jahren an einem Elektroauto forscht. Das Magazin AppleInsider schreibt, Chefdesigner Jony Ive sei nicht glücklich über die Ausrichtung des Projekts mit dem Codenamen „Titan“ gewesen. Kurz zuvor war bereits durchgesickert, dass Steve Zadesky, langjähriger Ingenieur bei Apple und Leiter des Projekts, das Unternehmen verlassen wird.   

Es ist unklar, ob es zwischen den beiden Vorgängen einen Zusammenhang gibt. Zadesky, ein ehemaliger Ford-Ingenieur, der unter Steve Jobs mit Schlüsselprojekten wie dem iPod und dem iPhone betraut war, geht laut Wall Street Journal aus „persönlichen Gründen“. Allerdings soll es im Apple-Car-Team Spannungen geben, weil es an klaren Zielen fehlt. Zudem hätten Führungskräfte aus Sicht einiger Teammitglieder unerreichbare Deadlines vorgegeben.

Zuletzt haben mehr als 1000 Leute am „Project Titan“ gearbeitet, auf den Markt kommen sollte das Elektroauto allerdings nicht vor 2019. Die jüngsten Probleme werden den Termin wahrscheinlich verzögern. Das alles sind jedoch Spekulationen: Offiziell gemacht hat Apple das „Project Titan“ nie, und wollte auch die neuesten Gerüchte nicht kommentieren. Trotzdem: In Silicon Valley ist es ein offenes Geheimnis, dass Apple ein E-Auto plant. Das betont auch Elon Musk, Chef des Elektroautobauers Tesla. Kein Wunder: Apple hat für sein Projekt hunderte Auto-Spezialisten von anderen Firmen abgeworben, viele davon von Tesla.

Der Abgang von Zadesky zeigt, dass es nach dem Tod von Steve Jobs bei Apple offenbar an Führungskraft mangelt. “Die Apple Watch war nicht überzeugend”, sagt Joe Costello, Chef der IoT-Firma Enlighted, am Rande einer Cleantech-Konferenz in San Francisco. Er wartet auf den nächsten großen Wurf des Unternehmens - ein Apple Car würde er kaufen. Andere Teilnehmer bezweifeln, ob Apple es tatsächlich ernst meint mit einem Vehikel. Die meisten glauben jedoch, dass das Unternehmen das Zeug dazu hat, ein Elektro-Fahrzeug für den Massenmarkt zu bauen.

“Wahrscheinlich wird es selbstfahrend sein”, sagt Kurt Kaltenegger von der Wagniskapitalfirma ABB Technology Ventures, die in Elektroantriebe investiert. Ein iCar sei grundsätzlich eine gute Idee: „Apple hat ein gutes Design und kann Dinge smarter machen.” Er glaubt, dass die Entwicklung von Elektrofahrzeugen einfacher für Firmen ist, die nicht aus der Branche kommen. “Traditionelle Autobauer sehen zu viele Hürden.” Tesla habe mit seiner Bremskraftrückgewinnung und Displays, die die Reichweite anzeigen, bereits einen großen technischen Vorsprung. “So weit muss man als herkömmlicher Autobauer erstmal kommen.”    

Daimler-Boss Dieter Zetsche zeigte sich nach seinem jüngsten Silicon Valley-Besuch jedenfalls beeindruckt davon, wie weit Tech-Firmen wie Apple und Google bei der Entwicklung von Autos sind. Sie könnten mehr, als er angenommen habe, lobte er. Ganz ohne die Hilfe etablierter Autobauer kommen sie aber offenbar nicht aus: Apple-Chef Tim Cook soll bereits mit BMW darüber gesprochen haben, ob dessen Elektro-Modell i3 als Basis für das Apple Car dienen könnte.    

 

Jutta Maier
Keywords:
Apple | Steve Jobs | Silicon Valley | Steve Zadesky | Daimler | Dieter zetsche
Ressorts:
Markets

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