Photovoltaik
23.09.2016

Rollendes Kraftwerk

Foto: Fraunhofer CSP
Der auf der IAA vorgestellte Truck mit PV-Modulen.

Elektromobilität weiter gedacht: Fraunhofer-Forscher statten Lkw mit Solarmodulen aus. Das könnte die Ladezeiten an Stromtankstellen verkürzen.

 

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Mit mobilem Solarstrom wollen Forscher vom Fraunhofer Center für Silizium-Photovoltaik in Halle die langen Ladezeiten für Elektro-Fahrzeuge verkürzen. Dazu haben sie gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Continental eine Lkw-Fahrerkabine mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet. Die Module können sowohl während der Fahrt als auch beim Parken Solarstrom produzieren – ohne an eine Ladesäule angeschlossen zu sein.

Der Solar-Lkw wurde soeben erstmals auf der laufenden internationalen Branchenmesse für Nutzfahrzeuge (IAA) in Hannover vorgestellt. Die von den Fraunhofer-Forschern entwickelten Module für den Lkw sind sehr leicht und biegsam. Damit passen sie sich an die gebogene Karosserie an. Zudem seien die Zellen speziell miteinander verschaltet, sodass sie einen hohen Ertrag liefern könnten, erklärt Fraunhofer-Projektleiter Jens Schneider.

 

Radio mit Ökostrom

Zwar liefern die auf dem Lkw montierten Module mit einer Gesamtleistung von 270 Wattpeak nicht genug Sonnenstrom, um damit einen Elektromotor anzutreiben. Die Grünstrommenge reicht nur für das Bordsystem mit Radio, Klimaanlage und Navigationssystemen. Prinzipiell könnten jedoch noch mehr Module in die Karosserie integriert und die Leistung erhöht werden, ist Fraunhofer-Forscher Schneider überzeugt. Außerdem ließe sich das System mit elektrischen Antrieben wie Batterie oder Brennstoffzelle kombinieren.

Bei Pkws sind PV-Module bereits seit einigen Jahren serienmäßig im Einsatz. Beispielsweise bietet der japanische Autobauer Toyota sein Hybrid-Fahrzeug Prius mit Solarschiebedach an. Die Solarzellen treiben die Lüfter des Klimasystems an und können per Fernbedienung sogar schon vor dem Einstieg gestartet werden. Auch der Nissan Leaf ist mit einem Solarspoiler ausgestattet. Der lädt zwar ebenfalls nicht den Akku, aber eine 12-Volt-Zusatzbatterie, die Saft für die Klimaanlage, Radio und Co. liefert. 

Schon 2017 könnte sogar das erste Auto auf die Straße fahren, was sich vollständig durch Module selbst auflädt. Zumindest, wenn es nach den Plänen des Münchner Start-ups Sion geht. Die drei Gründer wollen dafür auf einer Fläche von 7,5 Quatratmetern Monokristaline auf dem Fahrzeug verteilt. Wenn es vier Stunden Sonne getankt hat, soll das für eine Strecke von 30 Kilometern reichen. Die Finanzierung des Projekts haben sich die Münchner Anfang des Monats über eine Crowdfounding Plattform gesichert. 

Jana Kugoth
Keywords:
Photovoltaik | Module | Lkw | Elektromobilität | Sonnenstrom | Fraunhofer Center für Silizium-Photovoltaik CSP
Ressorts:
Technology

Kommentare

Hat heutzutage jedes zweite spießige wohnmobil!!!

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