E-Mobilität
10.11.2017

Eon und Ionity im Rennen um europäisches Schnellladenetz

Foto: Eon
Sowohl Energieunternehmen als auch Autohersteller widmen sich nun dem Ladesäulennetz.

Der Aufbau eines europäischen Ladenetzes für E-Autos nimmt Gestalt an. Sowohl der Energiekonzern Eon als auch das Gemeinschaftsunternehmen Ionity haben entsprechende Projekte angekündigt.

In den nächsten drei Jahren wollen der Essener Energiekonzern Eon und der dänische E-Mobilitätsdienstleister Clever 180 Schnellladepunkte in sieben Ländern erreichten – von Norwegen bis Italien. Das Vorhaben wird von der Europäischen Kommission mit 10 Millionen Euro gefördert.

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„Wir sehen ein ultraschnelles Lade-Netzwerk in Verbindung mit unseren Ladelösungen für Haushalte und Gewerbe als wesentliche Voraussetzung, um Elektromobilität den Weg in den Massenmarkt zu ebnen“, sagt Frank Meyer, Leiter Innovation und Privatkundengeschäft bei Eon. Das Vorhaben solle zeigen, dass Elektrofahrzeuge eine echte Alternative zu herkömmlichen Autos seien, ergänzt Casper Kirketerp-Møller, Geschäftsführer von Clever.

Säulen in sieben Ländern

Die 180 Standorte verteilen sich auf sieben Länder. Die meisten Ladesäulen werden in Deutschland entstehen, gefolgt von Frankreich, Norwegen, Schweden, Großbritannien, Italien und Dänemark.

Die Stellplätze werden alle 120-180 km entlang der Autobahnen angelegt. Jeder Standort soll zwei bis sechs Ladestationen anbieten. Die ersten Ladesäulen werden in Deutschland und Dänemark angesiedelt und sind bereits in Bau. Sie sollen eine Batterie in nur 20-30 Minuten laden können.

Die 180 Ladepunkte sollen Unternehmensangaben zufolge nur der Anfang sein: Eon und Clever haben Anfang des Jahres eine strategische Partnerschaft mit dem Ziel geschlossen, an mehr als 400 Standorten Ladestationen anzubieten.

Autokonzerne schicken Gemeinschaftsunternehmen ins Rennen

Ebenfalls 400 Schnelladestationen bis 2020 will die Münchener Firma Ionity entlang der Hauptverkehrsachsen in Europa bauen und betreiben. Ionity wurde von den Autoherstellern BMW, Daimler und Ford sowie Volkswagen mit den Tochtergesellschaften Audi und Porsche eigens für den Aufbau des Netzes gegründet.

Die ersten 20 Stationen gehen noch 2017 in Betrieb, heißt es. Sie werden ebenfalls an Autobahnen und Hauptverkehrsachsen unter anderem in Deutschland, Norwegen und Österreich errichtet.

Dabei setzt das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit Rast- und Tankstellenbetreiber wie Tank & Rast, Circle K sowie der österreichischen OMV.

Sowohl Eon als auch Ionity verwenden den europäischen Ladestandard Combined Charging System (CCS) und wollen langfristig eine Ladeleistung von bis zu 350 kW pro Ladepunkt ermöglichen. Diese Schnelladestationen sind aber nicht unumstritten, da sie das lokale Stromnetz stark belasten. Auch können sie Batterieproblemen hervorrufen und diese schneller abnutzen.

Lesen Sie auch, wie die Blockchain-Technik einem grenzübergreifenden Ladesäulennetz helfen könnte.

Carsten Kloth
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