Green Finance
20.11.2017

Ørsteds Green Bonds innerhalb von zehn Stunden vergriffen

Foto: Ørsted
Ørsteds Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1

Der dänische Versorger Ørsted, bis Anfang November 2017 noch unter dem Namen Dong Energy bekannt, will seine Energieerzeugung fast komplett auf Erneuerbare umstellen. Investoren haben sich nun um die ersten beiden grünen Anleihen über 1,25 Milliarden Euro gerissen.

Der Hunger internationaler Investoren nach grünen Kapitalanlagen wird immer größer. Wenige Wochen vor Jahresschluss zeichnet sich ab, dass die Rekordmarke für die Emission grüner Anleihen Ende 2017 auf über 130 Milliarden Dollar angehoben wird, nach 81,6 Milliarden Dollar im Vorjahr. Auch der dänische Energiekonzern Ørsted, der sich Anfang November von seinem alten Namen Dong Energy verabschiedet hat, profitiert von diesem Anlagetrend. Das Unternehmen betreibt weltweit die meisten Offshore-Windenergielagen und will bis 2023 komplett aus der Kohleverfeuerung austeigen. Um diesen Strukturwandel zu finanzieren, hat Ørsted am 16. November zwei grüne Anleihe mit zwölfjähriger und tausendjähriger Laufzeit und einem Volumen von 750 Millionen Euro beziehungsweise 500 Millionen Euro angeboten.

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Tausenjährige Anleihe sehr beliebt

Beide Anleihen waren stark gefragt, vor allem die tausendjährige Anleihe. Die Nachfrage nach diesem Papier war fünf Mal höher als das Angebot. Während die zwölfjährige Anleihe mit einem Zins von 1,5 Prozent wirbt, lockt die tausendjährige Anleihe mit einem Zins von 2,25 bis zu ihrem frühestmöglichen Kündigungstermin am 24. November 2024. Danach ergibt sich eine variable Verzinsung, die sich aus dem siebenjährigen Euro Swap Satz (zur Zeit 0,467 Prozent) plus einem festen Zuschlag von 189,9 Basispunkten ergibt. Die Zwölfjährige grüne Anleihe wird ab 24. November 2017 an der Londoner Börse gehandelt, die tausendjährige dagegen in Luxemburg auf der neuen Plattform für grüne Wertpapiere: Luxembourg Green Exchange (LGX).

Das Center for International Climate Research (CICERO) mit Sitz in Oslo hat den beiden Anleihen unterdessen die Bestnote dunkelgrün gegeben. Ørsted nutzt die beiden Anleihen auch, um seine Schulden günstiger zu finanzieren. Das Unternehmen hat nämlich bereits angekündigt, eine 2013 begebene Anleihe über 500 Millionen Euro und einem Zins von 4,875 Prozent im Juli 2018 zu kündigen. Ob die nun emittierte tausendjährige Anleihe auch schon nach sieben Jahren gekündigt wird, hängt letztlich vom internationalen Zinsumfeld und der Bonität Ørsteds im Jahr 2024 ab. Die Rating Agentur Moody's benotet Ørsted derzeit mit Baa1, Standard & Poor’s mit BBB+ und Fitch ebenfalls mit BBB+. Zum Vergleich. Dies entspricht exakt dem langfristigen Rating der Deutschen Telekom.

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Thomas Bauer
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