Erzeugung
30.03.2017

Mit der Drohne in den Windpark

Foto: istock.com / agnormark
Drohnen lassen sich mit verschiedenen Kameras ausrüsten - zum Beispiel für UV- oder Infrarotaufnahmen.

Ob heiß gelaufene Generatoren von Windrädern, ausgefallene Solarmodule oder defekte Hochspannungsleitungen – Drohnen sind in der Energiewirtschaft an vielen Stellen im Einsatz.

Auf der jüngsten Cebit waren sie eins der Hauptthemen: Drohnen für gewerbliche Zwecke. Auf die Multikopter für professionelle Anwendungen haben sich eine Reihe von Dienstleistern spezialisiert, die die Miniflieger auch in der Energiewirtschaft einsetzen. Der Vorteil von Drohnen ist dabei, dass sie sich mit einer Reihe verschiedener Kameratechnologien ausstatten lassen. Koronakameras beispielsweise machen die ultraviolette Strahlung von Entladungen an Hochspannungsleitungen sichtbar. Sie verursachen Funkstörungen und Verluste bei der Stromübertragung und sind deshalb unerwünscht. Normale Videokameras dienen der rein optischen Kontrolle der Leitungen.

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Allerdings seien Routinekontrollen mit dem Fernglas immer noch schneller und einfacher zu absolvieren, heißt es bei einem Hochspannungs-Netzbetreiber aus Süddeutschland, der Drohnen versuchsweise einsetzt. Das Unternehmen setzt die Fluggeräte deshalb nur dort ein, wo Gefahr für Mitarbeiter besteht und ganze Anlagen abgeschaltet werden müssten, beispielsweise luftisolierte Schaltfelder. In Ausnahmefällen kommen die Drohnen auch dann zum Einsatz, wenn sich obere Teile der bis zu 20 Meter hohen Masten schlecht einsehen lassen. 

Mit dem Fernglas geht es noch schneller

Bisher greifen die Mitarbeiter noch lieber auf die Lowtech-Variante Fernglas zurück, weil die Kamerabilder der Drohnen so schlecht seien, dass die Speicherchips nachträglich ausgewertet werden müssten. Innerhalb von zwei Jahren habe es deshalb lediglich eine Handvoll Einsätze gegeben.

Immerhin ein Problem von Drohnen soll bald behoben sein: Brennstoffzellen und Wasserstofftanks sollen sie länger in der Luft halten als Akkus.

Schon heute sind mit Infrarotkameras ausgestattete Drohnen in der Lage, heiß gelaufene Generatoren von Windkraftanlagen zu identifizieren. Im Gegensatz zu heute noch eher groben Sensordaten lassen sich so spezifische Bauteile identifizieren, die außerhalb der Normtemperatur liegen. In Solarparks können mit den Thermalkameras tote Zellen identifiziert werden, die ausgetauscht werden müssen.

Abschreckung gegen Diebe

In den Solarparks können Drohnen darüber hinaus auch noch Dienste bei der Diebstahlsicherung leisten. Der Hersteller Globe UAV hat dazu einen Multikopter entwickelt, der sich in einer Art Garage parken lässt und über das Mobilfunknetz ferngesteuert werden kann. Bisher kann ein Pilot die Flugkörper nur in seinem näheren Umkreis fliegen lassen und müsste dazu selbst in die teilweise weit abgelegenen Parks fahren.

Löst ein Sensor oder eine fest installierte Videokamera Alarm aus, werden der Betreiber benachrichtigt und die Garage des Multikopters automatisch geöffnet. Die Drohne könne Dieben aktiv folgen und über die Videoaufnahmen Beweise sichern, erklärt Globe-UAV-Mitarbeiter Mirko Kloppenburg. Zudem gebe es einen Abschreckungseffekt, wenn Diebe bemerkten, dass sie beobachtet werden.

Manuel Berkel
Keywords:
Windenergie | Solarenergie | Photovoltaik | Drohne
Ressorts:
 

bizz energy April 2017

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