06.12.2017

Mehr E-Autos für Carsharing-Kunden

Foto: InnoZ

Während in Deutschland nur jeder tausendste Pkw elektrisch fährt, sieht die Statistik bei Carsharing-Unternehmen klimafreundlicher aus. Bei den Großen liegt die Elektroautoquote zwischen elf und 15 Prozent.

Die Elektromobilität wächst langsam in der Carsharing-Nische. So erhöht Drive Now, ein Gemeinschaftsunternehmen von BMW und Sixt, noch in diesem Jahr seine Hamburger BMW i3-Flotte von 150 auf 200 Fahrzeuge. Wie das Berliner Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) ermittelt hat, ist der Anteil von Elektroautos bei Carsharing-Unternehmen deutlich höher als bei Besitzern von Privatfahrzeugen.

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So fahren 15 Prozent der 4.000 Autos der Deutsche Bahn-Tochter Flinkster elektrisch. Bei Car2Go, einem Unternehmen von Daimler und dem Mietwagenunternehmens Europcar, liegt der Elektroanteil der 3.860 Pkws umfassenden Flotte bei 14 Prozent. Die höchsten Quoten haben beziehungsweise hatten dagegen BeeZero und Multicity mit 100 Prozent beziehungsweise 57 Prozent.

Multicity klagte über zugeparkte Ladesäulen

BeeZero ist ein 2016 vom Industriegasehersteller Linde gegründeter Carsharing-Service in München, der 50 mit Wasserstoff betankte Brennstoffzellenfahrzeuge im Stadtgebiet einsetzt. Die Citroen-Tochter Multicity, die immerhin 337 Fahrzeuge in Berlin unterhielt, stellte ihren Dienst im vergangenen September jedoch nach fünf Jahren ein. Das Unternehmen begründete die Kapitulation damals mit der schlechten Ladeinfrastruktur und oft zugeparkten Ladesäulen. Damit sei ein wirtschaftlicher Betrieb in der deutschen Hauptstadt nicht möglich.

Anke Schmidt, die beim InnoZ über die Anwendungen und die Nutzer der Elektromobilität forscht, zeigte im jüngsten Mobilitätsmonitor des Instituts auch auf, wie irreführend statistische Daten sein können. So müssen sich zum Beispiel in Deutschland 344 Benzinfahrzeuge eine Zapfsäule teilen, aber nur zwei Elektrofahrzeuge eine Ladesäule. Das klingt viel – auch gegenüber China mit vier Elektroautos pro Ladesäule, USA mit 13 oder Norwegen mit 14. Dennoch bleibt die Ladeinfrastruktur in Deutschland lückenhaft und unzureichend, und der Elektroautoabsatz ist im Vergleich zu anderen Ländern deutlich schwächer.

Drive Now spricht vom Henne-Ei-Problem

Sebastian Hofelich, Geschäftsführer von DriveNow bezeichnet die Situation als Henne-Ei-Problem: „Die zuständigen staatlichen Stellen bauen die Ladeinfrastruktur nur schleppend aus, weil es zu wenig Elektroautos gibt. Gleichzeitig kommt der Kauf von E-Autos nicht in Schwung, weil die mangelnde Ladeinfrastruktur vielerorts noch abschreckt.“

Thomas Bauer
Keywords:
Elektromobilität | Carsharing | Verkehrswende
Ressorts:
Markets

Kommentare

... weil es in Deutschland kein Geschäftsmodell gibt. Die Deutschen kaufen keine Elektroautos, weil die zu teuer sind und sich die Mehrkosten über geringere Verbrauchskosten nicht erwirtschaften lassen. Das sieht in Norwegen, den Niederlanden und sogar in den USA anders aus (zum Vergleich: 1 kWh Strom in D: 27-30 Ct, NL/N: 14-16 Ct, USA 5-12 Ct, je nach Bundesstaat, dagegen Benzinpreise: NL/N = 1,60 €/l, D = 1,35 €/l, USA = 0,65 €/l. Der Strom an öffentlichen Ladesäulen ist in NL/N größtenteils kostenlos (in D auch noch, aber das wird nicht so bleiben).

Solange die Bundesregierung sich weigert, nicht die Errichtung von Ladeinfrastruktur, sondern die Nutzung von Elektrofahrzeugen wirklich zu fördern (beispielsweise durch eine EEG-Befreiung für Fahrstrom), wird die E-Welle genauso in sich zusammenbrechen wie wir das für 10-15 Jahren mit dem Erdgasantrieben erleben mussten. Die verbrannte Erde - vor allem bei den Stadtwerken, die sich als Erdgasversorger investiv engagiert hatten und verprellt wurden - ist mit ein Grund, warum die Initiative diesmal nicht mehr von dieser Seite ausgehet. Es wird, meiner Ansicht nach, noch mindestens 20 Jahre dauern, bis E-Mobilität in der breiten Masse überhaupt eine Rolle spielt. Und bis dahin wurden einige Milliarden Euro an Steuergeldern den Autofahren gespendet, die es sich leisten können, einen Zweitwagen zu fahren, der teurer ist, als der erste. Was der Elektromobilität sicher nicht hilft, sind noch mehr Schnellladesäulen für Tesla-Fahrer.

Niemand scheint sich die Mühe zu machen , mal zu recherchieren wie angeblich umweltfreundlich eAutos wirklich sind! Es ist nachweislich keines Wegs so, das eAutos umweltfreundlich sind.Es geht von Litiumabbau der extrem umweltschädlich ist über die Entsorgung der nur relativ kurzlebigen Akkus und der Strom, der in Massen benötigt wird , ist auch nicht wie behauptet grün und umweltfreundlich ! 70% wird nochimmer aus fossieler Energie gewonnen! Der extreme Mehrverbrauch wäre sicher alles andere wie Umweltfreundlich ! Warum die deutlich praktischer und wirklich umweltfreundliche Wasserstofftechnik in den Schubladen verschwindet kann man sich schon denken. Bei 75% Abgaben für den Staat auf Strom und hohen Strompreisen herrscht in der Strombranche und bei den Politikern schon wahre Goldgräberstimmug! Das hat aber absolut garnichts mit Umweltschutz zutun! Mal drüber nachdenken und informieren ! Nicht einfach den sehr fragwürdigen Infos der Industrie glauben !

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