USA
30.01.2017

Marsch für die Wissenschaft

Foto: dorfun
Wenig bekannt: Einstein kam als Flüchtling in die USA.

Nach dem Women’s March formieren sich Wissenschaftler für einen Protestzug, um für die Erkenntnisse zum Thema Klimaschutz und gegen einen Maulkorb der Trump-Administration zu demonstrieren.

Mehr als eine halbe Million Menschen gingen vergangenes Wochenende allein in Washington auf die Straße, um gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Homophobie, Rassismus und religiöse Intoleranz zu demonstrieren. Der neue US-Präsident Donald Trump hatte sich mehrfach frauenfeindlich geäußert. Weltweit solidarisierten sich Frauen und Männer mit dem Women’s March in der US-Hauptstadt, darunter Popstars wie Madonna. Sie warnte vor einem „neuen Zeitalter der Tyrannei“.  

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Jetzt wollen US-amerikanische Wissenschaftler es den Frauen gleichtun. Sie planen einen „March for Science“, um die Erkenntnisse zur globalen Klimaerwärmung zu verteidigen und gegen Trumps’ in ihren Augen wissenschaftsfeindliche Politik zu demonstrieren. „Wir fordern Investitionen in die Wissenschaft im Sinne des Gemeinwohls“, heißt es in einem Statement der Gruppe. Die politischen Entscheidungsträger sollten sich für „evidenzbasierte“ Gesetze im öffentlichen Interesse einsetzen. Eine amerikanische Regierung, die die Wissenschaft ignoriere, um ihre ideologische Agenda voranzutreiben, sei gefährlich für die Welt.

 

Auch ein "People's Climate March" in Planung

Der Twitter-Account @ScienceMarchDC hat innerhalb kürzester Zeit knapp 300.000 Follower gewonnen. Zudem bildeten sich auf der entsprechenden Facebook-Seite mittlerweile zahlreiche Untergruppen für Demonstrationen in anderen US-Städten – darunter in New York City, Boston, Chicago, Denver, San Francisco, Oakland und Los Angeles. Ein Termin für die Aktion steht noch nicht fest. Außerdem soll es am 29. April in Washington einen „People’s Climate March“ gegen Trumps Klimapolitik geben. Der Präsident hatte grünes Licht für den Weiterbau zweier umstrittener Öl-Pipelines gegeben und will den Ausbau fossiler Energien vorantreiben.

Die Trump-Administration hatte vorübergehend die Finanzen der Umweltbehörde EPA eingefroren und ihren Beamten sowie anderen Behörden die öffentliche Kommunikation untersagt. Dies hatte unter Wissenschaftlern zu großem Protest geführt. Zudem wird erwartet, dass die Informationen und Forschungsergebnisse zum Klimawandel auf der EPA-Homepage „überarbeitet“ werden, sobald deren neuer Chef Scott Pruitt im Amt bestätigt ist. Pruitt hatte als Generalstaatsanwalt von Oklahoma gegen Gesetze der EPA geklagt. Der Republikaner geht zwar nicht davon aus, dass der Klimawandel eine Erfindung der Chinesen ist – dies hatte Trump einst getwittert – glaubt jedoch nicht, dass die Erderwärmung menschengemacht ist.   

Unterdessen haben mehrere US-Nationalparks sowie die Weltraumbehörde NASA alternative Twitter-Accounts eröffnet, um Fakten über den Klimawandel zu verbreiten und für Umweltschutz zu werben.

Jutta Maier
Keywords:
Klimawandel | Erderwärmung | Wissenschaftler | Protest | Donald Trump
Ressorts:
Governance | Community

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