Elektromobilität
13.01.2017

KPMG-Umfrage: Autobranche setzt auf Wasserstoff

Foto: Spielvogel CC BY-SA 4.0
Hyundai ix35 Fuel Cell, hier bei der IAA 2015 in Frankfurt.

Knapp 80 Prozent der Autobauer weltweit glauben: Die Brennstoffzelle kann der Elektromobilität den Durchbruch bringen.

 

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Die Perspektive für die Brennstoffzelle sind besser als gedacht. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfer von KMPG mit dem Titel „Global Automotive Executive Survey 2017“. 78 Prozent der Befragten stimmen demnach der Aussage „Die Brennstoffzelle bringt für die E-Mobilität den Durchbruch“ voll oder zumindest teilweise zu.

Für die Studie befragte das Team um Studienleiter Moritz Pawelke weltweit mehr als 1.000 Top-Manager aus der Autobranche, darunter Hersteller, Zulieferer, Händler, Finanzdienstleister und IT-Konzerne. Auch 2.400 Endkunden nahmen teil.

Der Grund für das gute Abschneiden der Brennstoffzelle laut KMPG: Das Tanken geht bei wasserstoffbetriebenen Pkw wesentlich schneller als bei Stromern mit Batterie. Während letztere stundenlang an der Steckdose hängen müssen, brauchen Autos mit Brennstoffzelle nur wenige Minuten. Statt Benzin oder Diesel wird per Zapfsäule dabei Wasserstoff in den Tank gefüllt, der zusammen mit Sauerstoff in Strom für einen Elektromotor umgewandelt wird. Unterm Strich müssten Autofahrer dabei ihr Tankverhalten also kaum ändern.

 

Blick in die Glaskugel

Ein weiterer Vorteil von wasserstoffbetriebenen Autos ist die vergleichsweise hohe Reichweite. Mit einer Tankfüllung können sie bis zu 700 Kilometer zurücklegen.

Brennstoffzellenautos sind allerdings noch weit von einem Durchbruch entfernt. Bislang sind kaum Fahrzeuge auf dem Markt. Und die wenigen verfügbaren Modelle sind teuer. Der Hyundai Fuel Cell beispielsweise ist mit knapp 60.000 Euro gelistet. Außerdem bringe auch diese Technik neue Herausforderungen mit sich, heißt es in der KPMG-Studie, „wie die Wasserstoffkühlung und die Sicherheit bei der Speicherung im Tank.“

So gut die Perspektiven für die Brennstoffzelle sind, desto schlechter schätzen die Befragten die Zukunft der Batterie ein. 62 Prozent glauben demnach, dass der Batterieantrieb scheitern werde. Als Grund nennen sie laut KPMG die „Herausforderungen bei der Infrastruktur“.

Tatsächlich mangelt es hierzulande sowohl an einem flächendeckenden Netz von Ladesäulen als auch an Wasserstofftankstellen. Ladepunkte für E-Autos mit Batterie gibt es überwiegend in Ballungsräumen, bei Wasserstofftankstellen hat das Netz noch weitaus größere Lücken.

Weitere Ergebnisse der KPMG-Studie: Dem guten Abschneiden der Brennstoffzelle zum Trotz haben aktuell Batterie-Autos die Nase vorn. Mehr als die Hälfte der Befragten CEOs sehen darin das Top-Thema des Jahres 2017, gefolgt von der Digitalisierung und Vernetzung (49 Prozent). Die Brennstoffzelle rangiert mit 47 Prozent Zuspruch auf Platz drei.

 

Die Redaktion
Keywords:
Wasserstoff | Elektromobilität | Batterie | Brenntoffzelle
Ressorts:
Markets

Kommentare

Ein E-Antrieb Brennstoffzellen bietet auch Vorteile für das Servicegeschäft. Bei Elektro-Fahrzeugen mit Batterie fallen ja - neben dem möglicherweise notwendigen Austausch des Akkus nach etlichen Jahren - praktisch nur regelmäßige TÜV-Überprüfungen an, da ja deutlich weniger Verschleißteile als in einem Verbrenner verbaut sind. Die Brennstoffzellentechnik ist da deutlich komplexer und erfordert regelmäßige Wartungszyklen um dem systembedingten Verschleiß der Zelle und möglichen (gefährlichen) Leckagen entgegenzuwirken.

Die Brennstoffzelle ist seit 1834 bekannt. Dass es immer noch keine für Automobile gibt, ist schwer zu verstehen. Ein Elektroauto mit 4 einzeln lenkbaren Radmotoren und einer Brennstoffzelle mit 3000 km Reichweite wäre ein durchschlagender Markterfolg. Da braucht man keine Infrastruktur wie Ladesäulen etc.

Für die Umwelt wäre es wegen des geringen Systemwirkungsgrades ziemlich schlecht, wenn Brennstoffzellenfahrzeuge das Rennen machen würde.
Zum Glück ist es ziemlich wahrscheinlich, dass die Manager falsch liegen. Schließlich ist die Dauer des Tankvorganges das einzige Argument PRO Brennstoffzelle, praktisch alle anderen Aspekte sprechen klar dagegen (Wirkungsgrad, Komplexität des Systems im Fahrzeug, Kosten der Tankstelleninfrastruktur, Kosten der BZ selbst etcpp.). Und da es heute schon Batterien gibt die in wenigen Minuten zu 80% geladen werden können, ist es nur eine Frage der Zeit bis die Brennstoffzelle keiner mehr vermisst. Zum Glück.

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