Frage des Monats
28.03.2017

"Konventionelle Energieerzeugung braucht ein Preisschild"

Foto: BEE

"Wie muss der Emissionshandel reformiert werden?", lautet die Frage des Monats von bizz energy. Experten aus Politik und Wirtschaft haben geantwortet. Lesen Sie hier die Antwort von Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).

Als Klimaschutzinstrument ist der Emissionshandel auch nach der jetzigen Reform wirkungslos, da er keine ausreichenden ökologischen Preissignale setzt. Lagen die Zertifikatspreise 2016 bei rund fünf Euro, bezifferte das Umweltbundesamt die realen Kohlendioxidkosten für Umwelt und Gesellschaft mit 80 Euro je Tonne.

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Um die Erderhitzung wenigstens bei 2 Grad zu begrenzen, müsste die jährliche Reduktion der Emissionshandelszertifikate mindestens bei 4,7 Prozent liegen; ein deutlich niedrigerer Temperaturanstieg ist nur bei jährlicher CO2-Reduktion im zweistelligen Bereich möglich.
Beraten wird jetzt lediglich eine jährliche Reduktion in Höhe von 2,2 Prozent, womit wir deutlich über 2 Grad landen werden.

Effektiv können wir das Klima nur schützen, wenn die Klima- und Umweltzerstörung durch die konventionelle Energieerzeugung endlich ein Preisschild bekommt. Deshalb tritt der BEE dafür ein, den Emissionshandel durch einen wirksamen CO2-Preis zu ergänzen:

Im Strombereich sollte die Stromsteuer in eine Kohlendioxid-Steuer umgewandelt werden. Die Steuer würde den CO2-Preis auf 25 Euro je Tonne erhöhen und überdies bei negativen Strompreisen deutlich steigen. Durch einen höheren CO2-Preis entsteht ein fairerer Wettbewerb, der saubere Energien belohnt. Es muss endlich aufhören, dass saubere Energie bei hoher Stromerzeugung abgeregelt wird, während umweltbelastende Kraftwerke weiter produzieren und die Netze verstopfen.

Auch im Wärmesektor kann ein wirksamer CO2-Preis auf fossile Brennstoffe Verbraucher zu einem klima- und umweltfreundlichen Umgang mit Raumwärme und Warmwasser motivieren. Damit CO2-Sparen belohnt wird, sollten Bürger und Unternehmen profitieren, die viel CO2 einsparen.

Redaktion
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Frage des Monats | CO2-Preis | Emissionshandel | Kohlendioxid-Steuer | Zertifikate
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Kommentare

Ich finde es gut, dass das Thema Energie immer intensiver diskutiert wird. Sehr gut wäre es die Begriffe richtig zu verwenden! Energie kann nicht erzeugt werden gemäß dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik!Er sagt aus, dass Energien ineinander umwandelbar sind, aber nicht gebildet, bzw. vernichtet werden können. Von daher frage ich auch: "Was ist konventionelle Energieerzeugung?". Wenn man damit die Strom- und Wärmeproduktion mittels fossiler Energieträger (Gas, Öl, Kohle, etc.) meint, sollte man das auch schreiben. Weiter: CO2 kann nicht gespart werden! Wie soll das funktionieren? Gemeint ist doch die CO2-Reduktion beim Einsatz fossiler Energieträger. Oder meint man die CCS Technologie? Hier wird CO2 gespeichert. Ach ja, BEE = "Bundesverband Erneuerbare Energie". 1.HS! Wie bitteschön wird Energie erneuert? Eine Erklärung hierzu ist hilfreich. Aber Spaß beiseite. Quelle unseres Lebens ist doch die unerschöpfliche Energie der Sonne. Wobei diese jedoch auch endlich ist. Von daher sind Begriffe, wie Sonnenenergie, Windenergie, Wasserenergie und Bioenergie besser!

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