Verkehrswende
28.06.2017

Köln bringt E-Lastenräder auf die Straße

Foto: Donk-EE

Elektrische Lastenräder werden als klimafreundliche Transport-Alternative immer populärer. In Köln startet Ökoenergieanbieter Naturstrom nun ein Sharing-Angebot.

Donk-EE, also Esel, hat die Naturstrom-Tochter Green Moves Rheinland ihre elektrisch betriebenen Lastenräder getauft. 50 Stück sollen ab sofort in Köln zur Verkehrswende beitragen. Das klingt nicht übermäßig viel, es sind nach Angaben des Unternehmens aber mehr als irgendwo sonst in Europa. Die rund zwei Meter langen und 55 Kilogramm schweren Lastenräder sollen schon bald an 35 Standorten in Köln zur Ausleihe bereitstehen.

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Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom Transport von Einkäufen über Umzüge bis hin zur Kinderkutsche, die Räder können mit maximal 100 Kilo beladen werden. Geladen werden die Lastesel mit Ökostrom von Naturstrom. Ob das Angebot auch auf andere Städte ausgeweitet wird, ist offen. „Wir können uns das gut vorstellen, es ist aber nichts konkret in Planung“, teilt ein Sprecher auf Anfrage von bizz energy mit.

Förderung durch das Umweltministerium

Die Lastenräder-Angebot wird aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Sie werden jedes Jahr im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Klimaschutz durch Radverkehr“ vergeben. Donk-EE sei ein Vorreiterprojekt für die urbane Verkehrswende, so Jochen Flasbarth, Staatssekretär des Ministeriums: „Das Lastenrad-Sharing zeigt modellhaft, wie nachhaltige Mobilität zukünftig aussehen könnte und leistet so einen wichtigen Impuls für den Klimaschutz im Verkehrssektor.“ Die Lastenräder können über eine App freigeschaltet und mit einem „intelligenten“ Schloss verriegelt werden, die Abrechnung erfolgt monatlich.

Die Reichweite von Donk-EE liegt nach Angaben von Naturstrom bei mindestens 75 Kilometern, der Motor des Gefährts stammt von Bosch. Der Technologiekonzern hat in Berlin mit Coup bereits die größte E-Roller-Flotte auf die Straße gebracht. Konkurrent Emmy nimmt von Ende Juli an eine Elektroversion der Schwalbe in sein Angebot auf, der Motor und die Akkus der 450 Roller kommen ebenfalls von Bosch.  

Massenhafter Umstieg aufs Rad geplant

Die Stadt Köln erhofft sich von dem Lastenräder-Angebot neben der Reduktion des CO2-Ausstoßes eine Substitution von Autofahrten sowie einen geringeren Parkdruck in der Innenstadt. Erklärtes Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2030 ein Drittel der Verkehrsteilnehmer in Köln auf das Fahrrad umsteigen. „In Millionenstädten wie Köln werden alternative Verkehrskonzepte dringend benötigt“, sagt Oliver Hummel, Geschäftsführer von Green Moves Rheinland. „Mit Donk-EE möchten wir den Beweis antreten, dass eine nachhaltige urbane Verkehrswende möglich ist.“

Lastenräder werden in großen Städten immer häufiger eingesetzt – unter anderem von Internet-Start-ups, die so Speisen zu Kunden nach Hause liefern. Aber auch für Post- und Paketauslieferungen sowie Kurierfahrten sind die leisen und umweltschonenden Räder attraktiv. Einer Studie des DLR-Instituts für Verkehrsforschung von 2016 zufolge haben Lastenräder ein großes, bislang unterschätztes Potenzial. So könnten sie auch in der Pflege oder dem Handwerk zum Einsatz kommen. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Fahr- und Lastenräder ein selbstverständliches Transportmittel für Auslieferungs- und Werkverkehre, wurden dann aber vom Auto verdrängt.

Jutta Maier
Keywords:
Verkehrswende | Donk-EE | Lastenräder | Elektroantrieb | Naturstrom
Ressorts:
Governance | Markets

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