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27.01.2017

Kanadische Wissenschaftler solidarisieren sich mit US-Kollegen

Foto: Commons, Remy Steinegger
Der frühere kanadische Premier Stephen Harper (links) war bekennender "Klimaleugner". Hier ist er mit Ex-US-Präsident Obama zu sehen.

Beim nördlichen Nachbarn der Vereinigten Staaten fühlt man sich angesichts des Kommunikationsverbots für die US-Umweltbehörde an die Zeiten unter Ex-Premier Stephen Harper erinnert.

Das Vorgehen der Trump-Regierung sei eine „ernüchternde Erinnerung“ an die Restriktionen unter Kanadas früherem Premierminister Stephen Harper. Das schreibt das Professional Institute of the Public Service of Canada, es repräsentiert rund 15.000 staatliche Wissenschaftler, Ingenieure und Forscher. Harper habe staatliche Wissenschaftler gemobbt und damit der Wissenschaft, dem öffentlichen Gemeinwohl und der Demokratie erheblich geschadet, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Statement.

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Der neue US-Präsident Donald Trump hatte die US-Umweltbehörde EPA direkt nach seinem Amtsantritt angewiesen, sich künftig auf ihre „Kernaufgaben“ zu konzentrieren: den Schutz von Luft und Wasser. „Schädliche und unnötige“ Regeln wie der Climate Action Plan der Obama-Regierung, mit dem die Pariser Klimaziele erreicht werden sollten, seien hingegen obsolet. Das Weiße Haus hat seine Website zum Klimawandel bereits gelöscht. Zudem soll Trump die EPA angewiesen haben, ihre Unterseiten mit Informationen und Forschungsarbeiten zur Erderwärmung vom Netz zu nehmen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Bislang sind die Informationen allerdings noch zugänglich. Zudem wurden EPA-Mitarbeiter von der US-Regierung mit einem Kommunikationsverbot belegt.

 

 "Wissenschaft sollte nie zum Schweigen gebracht werden"

Man stehe solidarisch zu den Kollegen in den USA – so, wie wie diese damals Kanadas Wissenschaftler unter Harper ebenfalls unterstützt hätten, schreibt das kanadische Institut weiter. Harper bestritt den Klimawandel und stand wie Trump der Öl- und Gasindustrie nahe. Während der Amtszeit des kanadischen Premiers verschwanden ganze Datenbanken mit Informationen zu Klimawandel und Umweltschutz. An amerikanischen Hochschulen sind Professoren, Studenten, Bibliothekare und Archivare deshalb seit Dezember dabei, möglichst viele öffentliche Daten zu diesen Themen auf sicheren Servern zu speichern. „DataRefuge“ nennt sich das Projekt.  

„Die Wissenschaft sollte niemals zum Schweigen gebracht werden“, schreiben die kanadischen Forscher. Sie hofften, dass die Einschränkungen für die US-Kollegen bald aufgehoben würden, und dies kein dauerhafter Wandel im Umgang der Politik mit der Wissenschaft sei wie jener, gegen den sie in Kanada so lange gekämpft hätten.  

Indessen helfen sich die US-Behörden und Nationalparks – einer hatte kritisch über Trumps Einführungszeremonie getwittert und daraufhin ein Twitter-Verbot erhalten – auf ihre Weise: Sie haben zahlreiche, alternative Twitter-Accounts eröffnet. Dort verbreiten sie aus Protest Fakten über den Klimawandel und werben für den Schutz der Umwelt. 

 

Jutta Maier
Keywords:
Donald Trump | EPA | Kanada | Stephen Harper | Klimawandel | US-Regierung | Wissenschaftler
Ressorts:
Governance

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