CO2-Preis
19.09.2016

Kanada will landesweiten CO2-Preis festlegen

Foto: pixabay

Für Provinzen, die den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen nicht selbst regulieren, sollen künftig nationale Vorgaben gelten.

 

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Die Regierung von Kanadas Premierminister Justin Trudeau plant einen nationalen CO2-Preis. Das kündigte Umweltministerin Catherine McKenna laut der kanadischen Tageszeitung The Global Mail am Sonntagabend in einer Fernsehsendung an.

„Es ist zwingend notwendig, dass jede Provinz einen Preis auf den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid erhebt“, sagte die der liberalen Regierungspartei angehörende Umweltministern McKenna demnach. Den Provinzen, die nicht selbst eine Kohlenstoffabgabe einführten, werde die Regierung in Ottawa einen nationalen Mindestpreis vorgeben. Details sollen nach Angaben der Ministerin bei einem Spitzentreffen zur nationalen Klimastrategie im Oktober bekanntgegeben werden.

Wenige Tage zuvor hatte Kanadas Premierminister Justin Trudeau zugesagt, das internationale Pariser Klimaabkommen noch in diesem Herbst ratifizieren zu wollen. Darin verpflichtet sich das nordamerikanische Land, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bis 2030 um 30 Prozent gegenüber dem Niveau von 2005 zu senken.

 

Geteiltes Echo

Grundsätzlich hatte sich Premierminister Trudeau im März dieses Jahres mit den zehn Provinzregierungen auf die Einführung eines CO2-Preises geeinigt – die Umsetzung jedoch den jeweiligen Regierungen überlassen. Die vier größten Provinzen British Columbia, Alberta, Ontario und Quebec erheben schon heute entweder eine Kohlenstoff-Steuer oder haben einen Emissionshandel etabliert, einen Handel mit Verschmutzungsrechten.

Ontarios liberale Regierung begrüßte die Pläne aus Ottawa. „Wir wollen gemeinsam mit der Regierung an der Einhaltung der nationalen Klimaschutzziele arbeiten“, sagte ein Regierungssprecher. „Ein landesweiter CO2-Preis ist ein erster Schritt“. Ontario hat bereits einen Emissionshandel eingeführt. Der Markt mit CO2-Zertifkaten soll mit dem Quebecs und Kaliforniens zusammengelegt werden.

Allerdings stoßen die Pläne von Premierminister Trudeau nicht überall auf Zustimmung. Einige Regierungen haben Widerstand angekündigt. Wortführer ist Saskatchewans Premier Brad Wall. Er befürchtet in Folge strengerer Klimaschutzvorgaben enorme Kosten für Kanadas Öl- und Gaskonzerne.  

Jana Kugoth
Keywords:
Kanada | CO2-Preis | CO2-Steuer | Emissionshandel | Ontario | Quebec
Ressorts:
Governance

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