Photovoltaik
25.09.2017

Irans Solarmarkt kommt in Fahrt

Foto: Creative Commons/Nima Najafzadeh, Foto Startseite: iStock
2011 steckte die iranische Solarbranche noch in den Kinderschuhen – hier damalige PV-Module nahe der Stadt Masshad.

Der Finanzinvestor Quercus plant ein 500-Millionen-Euro-Solarprojekt. Eine schweizerische Holding will PV-Module fertigen. Deutsche Firmen zählen zu den Pionieren.

Im Iran rollt eine Welle von Photovoltaikprojekten: Nach mehreren Solarparks in verschiedenen Provinzen soll auf der Insel Kish im Persischen Golf nun die erste Fabrik für Solarmodule entstehen. Projektentwickler in der Sonderwirtschaftszone ist das einheimische Unternehmen Mokran, eine Tochter der schweizerischen International Power Invest AG. Die Gruppe sieht in dem Land so viel Potenzial, dass sie auf Kish mit chinesischen Partnern eine alte Motorenfabrik zum Werk für Solaranlagen umrüsten will.

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Obwohl die Spannungen zwischen dem Iran und den USA wieder deutlich zunehmen, geht in dem Land ein international finanziertes Solarprojekt nach dem anderen in Planung. Jüngstes Beispiel: Quercus Investment Partners, ein auf erneuerbare Energien spezialisierter Finanzinvestor aus London, will Photovoltaikparks mit einer Gesamtkapazität von 600 Megawatt und einem Investitionsvolumen von mehr als 500 Millionen Euro bauen. Die Arbeiten sollen einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge in der ersten Jahreshälfte 2018 beginnen. (Lesen Sie auch: Lukrative Solargeschäfte – Iran lockt mit fester Einspeisevergütung)

Größtes PV-Vorhaben in der Geschichte des Iran

Es ist Quercus’ erstes Vorhaben außerhalb Europas und das bisher größte PV-Investment in der Geschichte des lange wegen internationaler Sanktionen abgeschotteten Landes. Die Nachfrage seiner Anlagekunden habe ihn dazu veranlasst, in den Iran zu gehen, sagt Quercus-Chef Diego Biasi in dem Reuters-Bericht. Außerdem liege das Projekt im nationalen Interesse des Iran. „Deshalb haben wir besondere Unterstützung erhalten“, so Biasi.

Deutsche Mittelständler zählen zu den Photovoltaik-Wegbereitern: Der Projektentwickler Adore aus dem vorpommerschen Dorf Murchin unweit der Insel Usedom hat kürzlich mit dem Bau eines 100-Megawatt Solarparks begonnen. Auch Adore gehört zur International Power Invest-Gruppe aus der Schweiz.

Verträge mit 76 Unternehmen

Pionier im Iran ist Athos Solar aus Heidelberg. Das Familienunternehmen hat bereits mehrere kleinere Solarparks errichtet. Ende August eröffnete auch die österreichische KPV Solar ihre erste Photovoltaik-Anlage im Iran. Die norwegische Scatec Solar verhandelt mit iranischen Behörden über ein 120-Megawatt-Projekt. Daneben loten italienische, spanische, ungarische und tschechische Unternehmen ihre Chancen aus. Reuters meldet unter Berufung auf das iranische Energieministerium, es gebe Verträge mit 76 Unternehmen, die insgesamt Anlagen mit 932 Megawatt Leistung installieren wollten.

Die iranische Regierung hat das Pariser Klimaschutz-Abkommen unterzeichnet und will bis 2020 Erneuerbare-Energien-Kapazitäten von 5.000 Megawatt schaffen. Photovoltaik soll dabei die Hauptrolle spielen. Starke Sonneneinstrahlung und vergleichsweise hohe Einspeisevergütungen – garantiert für 20 Jahre – machen den Iran für die Branche trotz schwieriger Finanzierungsbedingungen attraktiv.

Christian Schaudwet
Keywords:
Iran | Photovoltaik | Athos Solar | International Power Invest | KPV Solar | Scatec Solar | Quercus Investment Partners
Ressorts:
Markets

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