Kohle
30.03.2016

Internationale Studie: Weltweit verschlingen Kohlekraftwerke knapp eine Billion US-Dollar

Chinesisches Kohlekraftwerk.
foto: Wikipedia

Insbesondere China baue demnach trotz weltweit sinkender Kohlenachfrage weiter neue Kraftwerke.

 

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Überkapazitäten beim Bau neuer Kohlemeiler verheizen weltweit rund 981 Milliarden US-Dollar. Das ist das Ergebnis einer soeben erschienen Studie des internationalen Forschungsnetzwerks Coalswarm in Zusammenarbeit mit der US-Umweltorganisation Sierra Club und Greenpeace.

Aktuell werden neue Kraftwerke mit einer Kapazität von 338 Gigawatt gebaut. Weitere 1.086 Gigawatt sind in Planung; das entspricht etwa 1.500 neuen Meilern. Gleichzeitig fiel im vergangenen Jahr der weltweite Kohlekonsum, in China alleine um 3,6 Prozent.

Obwohl ein Kraftwerk im vergangenen Jahr in China im Schnitt nur zu 49,5 Prozent ausgelastet war, werde weiterhin massiv zugebaut.

Im Reich der Mitte hat laut Studie eine Gesetzesänderung zu einem Boom neuer Projekte geführt: Nachdem die Zentralregierung in Peking die Genehmigung neuer Kraftwerke an die Provinzen delegiert habe, hätten sich die Genehmigungen verdreifacht. Peking habe darauf bereits reagiert. In 13 Provinzen sollen die Genehmigungen für 2017 wieder zurückgenommen werden; 15 weitere Provinzen wurden angewiesen, geplante Projekte auf Eis zu legen.

Xu Shaoshi, als Chef der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission zuständig für Chinas Fünfjahrespläne, verkündete kürzlich dazu folgende Details:  Innerhalb von drei bis fünf Jahren werde China rund 500 Millionen Tonnen Kohle-Produktionskapazität abbauen, parallel werde die Rohstahl-Produktionskapazität um 100 bis 150 Millionen Tonnen reduziert.

Bereits in Bau befindliche Projekte werden nach Angaben der Studienautoren allerdings fortgeführt. Sie rechnen deshalb auch in den kommenden Jahren mit wachsenden Überkapazitäten in China.

Zusätzlich bauen Firmen in China mit Kohle befeuerte Kraftwerke für den Eigenbedarf. Allein in der Region Shandong an der Ostküste Chinas seien Meiler für die industrielle Fertigung mit einer Kapazität von 23 Gigawatt in Betrieb. Das entspricht den in ganz Europa seit 2010 neu installierten und noch in Bau befindlichen Anlagen.

Redaktion
Keywords:
Kohle | China | Studie | Coalswarm | Sierra Club | Greenpeace | Kraftwerke
Ressorts:
Governance

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