Studie
06.09.2013

Gute Aussichten für Autobauer

Foto: Volkswagen AG

Die Gewinne der weltweit größen Automobilhersteller könnten bis zum Jahr 2020 über 50 Prozent auf knapp 80 Milliarden Euro steigen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Das Geschäft verlagert sich dabei in den kommenden Jahren weiter in aufstrebende Märkte wie China. Aber auch dort drohen Risiken.

Ein aktuelle Studie der Unternehmensberatung McKinsey kommt zu dem Ergebnis, dass der Gewinn der 17 größten Autobauer weltweit bis Ende des Jahrzehnts von derzeit 54 auf 79 Milliarden Euro anschwellen könnte. Nach Meinung der Autoren habe die Branche sich von der Krise der Jahre 2007 und 2008 erholt. „2012 überstiegen die Erträge mit 54 Milliarden Euro die des Vorkrisenjahres 2007 mit 41 Milliarden Euro wieder deutlich“, sagt Detlev Mohr, Leiter der europäischen Autosparte von McKinsey.

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Die Studie zeigt aber auch: Die Musik beim Autoverkauf spielt zunehmend in den aufstrebenden Volkswirtschaften der BRICS-Staaten China, Indien, Brasilien. Südafrika und Russland. Im vergangenen Jahr erzielten die Autohersteller fast 65 Prozent ihrer Gewinne in diesen Staaten, mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2007. Vor allem in China wächst die Nachfrage. Während in Europa die PKW-Verkäufe stocken, legen in den USA die Verkäufe zu. 

Allianzen gefragt

Sollte die Regierung in Peking strengere Zulassungs- oder Umweltauflagen einführen, dürfte dies die Verkäufe dort beeinflussen, warnen die Autoren. Wegen der wachsenden Schadstoffbelastung haben zahlreiche Kommunen in China bereis Fahrverbote erlassen.

Nach Meinung der Unternehmensberater haben die Hersteller ihre Produktivität in den vergangenen Jahren bereits deutlich verbessert. Weitere Schritte seien aber notwendig, da Umweltauflagen die Kosten für die Entwicklung in die Höhe trieben. Diese Kosten könnten im Wettbewerb nicht mehr an die Kunden weiteregegeben werden. Für die Entwicklung von emissionsarmen Technologien wie Hybrid- oder Elektroantrieb empfehlen die Autoren den Herstellern Allianzen mit Zulieferern. „Enge Partnerschaften sind ein Weg, um Entwicklungskosten zu senken und neue Technologien schneller in den Markt zu bringen“, betont Berater Mohr.

Vernetzte Autos

In Europa müssten die Hersteller wegen der stagnierenden Nachfrage ihre Kapazitäten anpassen. Reagieren müssen die Hersteller zudem auf den Trend zur Fahrzeug-Vernetzung. Die Zahl der Autos mit Internetanschluss wird bis 2020 deutlich steigen. Das bietet Raum für neue Produkte. 

Daimler ist auf den Trend bereits aufgesprungen und will ab dem kommenden Jahr in seinen Autos eine Technik anbieten, mit der sich Smartphone oder Tablet-PC drahtlos laden lassen.

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
E-Mobilität | Automobilindustrie | China | USA | Europa
Ressorts:
Markets

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