E-Mobilität
27.11.2017

Größtes Solar-Ladecenter für E-Autos in Shanghai eröffnet

Foto: Tellus Power
Das solarbasierte "Mega-Ladecenter" in Shanghai.

China fährt weiter vorweg: In Shanghai gibt es nun ein Solar-Ladecenter, das bis zu 400 Elektroautos täglich betanken kann. Hierzulande kooperiert Shell mit Autobauern bei Schnellladestationen.

Mit dem sogenannten „Mega-Ladecenter“ geht in Shanghai nach zweijähriger Bauzeit die nach Unternehmensangaben größte Solar-Stromtankstelle der Welt in Betrieb. Die chinesische Firma Tellus Power verwendet dabei Photovoltaik-Module, die von der deutschen Firma Asola aus Erfurt stammen.

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Auf rund 2500 Quadratmeter Fläche befinden sich nun 44 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Hierbei handelt es sich um 13 Gleichstrom (DC)-Lader sowie 29 Wechselstromgeräte. Zwei Tesla-Ladestationen, elektrische Carsharing-Fahrzeuge sowie Gastronomie- und Unterhaltungsangebote kommen hinzu. Die Gleichstrom-Lader warten mit einer Leistung von 60 kW auf, was Ladevorgänge in rund 20 Minuten ermöglicht.

Die gebäudeintegrierten 90 Kilowatt-Solarmodule liefern für die direkte Fahrzeugladung bis zu 400 Kilowattstunde Strom pro Tag. Insgesamt kann die Solaranlage maximal 80.000 Kilowattstunden jährlich erzeugen. Der Strom wird teils für den Nachtbetrieb gespeichert und teils ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Bis zu 400 Elektro-Fahrzeuge lassen sich in dem Ladecenter täglich mit neuer Energie versorgen. „Zusammen mit den Ladegeräten der Haushalte braucht eine Großstadt vielleicht zehn Solar-Super-Ladecenter, um ihre Ladeanforderungen zu erfüllen“, so die Einschätzung von Peter Pang, Geschäftsführer und Gründer der zur chinesischen TUSAI Holding gehörenden Tellus Power mit Sitz in Shanghai.

Vorbild für Deutschland und Europa?

Die deutsche Tochter des Unternehmens hofft auf ähnliche Projekte hierzulande. Helmut Teschner, Geschäftsführer der in München ansässigen Tochter Tellus Power Europe, erwartet von dem Projekt Impulse für die Elektromobilität in Europa, vor allem in Deutschland: „Nachdem sich die aktuelle Debatte einerseits um das Angebot von Elektrofahrzeugen dreht, andererseits um die notwendige flächendeckende Lade-Infrastruktur, können wir mit dem neuen Ladecenter zeigen, dass das Problem Infrastruktur bereits heute realistisch lösbar ist.“ Das technologische Know-how dafür sei bereits verfügbar. Es brauche nun mutige Entscheidungen von allen Beteiligten, um Ziele wie das der Bundesregierung - eine Million Fahrzeuge bis 2020 - zu verwirklichen.

Teschner spielt auf das Henne-oder-Ei-Problem der Elektromobilität an: Braucht man genug Ladestationen, damit die Leute Elektroautos fahren, oder braucht es genug Elektroautos, um eine Ladestation aufzustellen? Fest steht, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur auch in Deutschland und Europa Fahrt aufnimmt. Nun hat sich der britisch-niederländische Rohstoffriese Shell mit deutschen Autobauern zum Aufbau von Schnellladestationen zusammengetan: Shell habe sich dem Gemeinschaftsprojekt „Ionity“ von BMW, Daimler, Volkswagen, Audi, Porsche und Ford angeschlossen, teilte der Ölkonzern mit.

Bis 2019 will Shell an europaweit 80 Autobahnen Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge aufstellen. Zuletzt hatte auch der österreichische Öl-Konzern OMV mitgeteilt, seine Tankstellen für Elektroautos aufrüsten zu wollen. Ionity plant in Europa bis 2020 rund 400 Schnelllademöglichkeiten entlang der europäischen Hauptverkehrsstrecken.

Lesen Sie hier: Eon und Ionity im Rennen um europäisches Schnellladenetz

Carsten Kloth
Keywords:
E-Mobilität | Ladeinfrastruktur
Ressorts:
Technology

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