Energieeffizienz
29.07.2016

Google entwickelt Algorithmus zum Energiesparen

Foto: Helpameout
Google will mit einem Algorithmus Rechenzentren beim Energiesparen helfen.

Mittels künstlicher Intelligenz hat der Internetriese den Stromverbrauch in einem Rechenzentrum um 15 Prozent gesenkt. Das Verfahren soll auch anderen Industrien beim Energiesparen helfen.

 

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Der Internetgigant Google bastelt weiter an seinem grünen Image. Mit einem neu entwickelten Algorithmus hat das von Google aufgekaufte Start-up Deepmind den Stromverbrauch in einem seiner Rechenzentren um 15 Prozent gesenkt. Das berichten die IT-Spezialisten Rich Evans und Jim Gao in einem Blog-Eintrag. Der meiste Strom wurde demnach bei der Kühlung eingespart, laut Google waren es rund 40 Prozent.

Eine Software wertete beispielsweise Daten zu Temperatur, Strom, Pumpverbräuchen und Sollwerten aus, schreiben die IT-Spezialisten. Auf dieser Basis simuliere sie Energieverbräuche und identifiziere Einsparmöglichkeiten. Das Verfahren eigne auch für andere Industriesparten, beispielsweise könnte die Effizienz in Kraftwerken gesteigert werden, so die IT-Ingenieure in ihrem Beitrag. Weil die künstliche Intelligenz die Eigenheiten des jeweiligen Systems berücksichtige, könne den dort herrschenden unterschiedlichen Gegebenheiten Rechnung getragen werden, so die Experten. Weitere Details wollen sie in einer bald erscheinenden Studie veröffentlichen, kündigten sie an. Nach eigenen Angaben verbrauchte Google im Jahr 2014 rund 4,4 Millionen Megawattstunden (MWh) Strom, so viel wie rund 1,4 Millionen Haushalte. Ein Großteil dürfte auf die Rechenzentren entfallen. Beim Stromsparen geht es dem IT-Giganten deshalb wohl nicht nur um den Umweltschutz, der geringere Verbrauch spart auch bares Geld. 

Schon seit geraumer Zeit bastelt Google an seinem grünen Image. Bis 2025 will der Konzern komplett auf Ökostrom umsteigen, so wie Konkurrent Apple nach eigenen Angaben schon heute. Der iPhone-Erfinder will sogar eine eigene Erneuerbaren-Sparte aufbauen. Auch Facebook, Amazon und Microsoft haben sich zu einer Unterstützung des Klimaschutzplanes von US-Präsidenten Barack Obama bereit erklärt – und wollen vermehrt auf Grünstrom setzen und Energie sparen.

 

Immer mehr Rechenzentren verbrauchen immer mehr Strom

Der Beitrag der Internetgiganten ist nicht unerheblich für die Erreichung der globalen Klimaziele. Mit der fortschreitenden Digitalisierung nimmt die Anzahl der Rechenzentren überall zu – und damit auch ihr Anteil am Stromverbrauch. Weltweit beträgt er derzeit knapp 1,5 Prozent, schätzen Experten. In Deutschland liegt er nach Berechnungen des Berliner Forschungsinstituts Borderstep mit 2 Prozent sogar darüber. Im Bankenzentrum Frankfurt sind die Rechenzentren sogar für 20 Prozent des Strombedarfs verantwortlich. Laut einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums könnte das noch mehr werden: Smartphones, Cloud Computing, Big Data und Co. lassen den Stromverbrauch von Rechenzentren in Deutschland bis zum Jahr 2025 voraussichtlich von 12 Millionen MWh im Jahr 2015 auf 16,4 Millionen MWh ansteigen.

 

Auswandern Richtung Norden?

Weil in Nordeuropa perfekte Bedingungen für Datenzentren herrschen, verlegen viele IT-Riesen ihre Standorte mittlerweile dorthin. Sie müssen schlichtweg weniger für die Kühlung zahlen. Facebook hat vor drei Jahren rund 100 Kilometer südlich des Polarkreises sein erstes Rechenzentrum in der schwedischen Stadt Lulea in Betrieb genommen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt zwei Grad. Ein zweites ist in Planung.

In dem Anfang des Monats veröffentlichten  “Data Centre Risk Index 2016” belegt Schweden hinter Island und Norwegen Platz eins unter den Top-Standorten für Rechenzentren. Das vom Beratungshaus Cushman und Wakefield erstellte Ranking bezieht auch Nachhaltigkeit bei der Bewertung ein. Norwegen und Island beziehen ihren Strom beinahe vollständig aus emissionsarmen Quellen – vorwiegend aus Wasserkraft.

Jana Kugoth
Keywords:
Google | Energieeffizienz | Rechenzentren | Algorithmus | erneuerbare Energien
Ressorts:
Technology

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