Windenergie
13.02.2017

Globaler Windzubau schrumpft um 14 Prozent

Foto: istockphoto.com / Donyanedoman
In Indien entstehen immer mehr Windräder wie hier in der Wüste Thar an der Grenze zu Pakistan.

Zum erst zweiten Mal im jungen Jahrtausend musste die Windindustrie 2016 einen Rückgang der weltweiten Installationen verkraften. Überraschend stark zeigten sich dagegen Indien und einige europäische Staaten.

International sank die neu zugebaute Kapazität von 63,6 Gigawatt (GW) im Vorjahr auf 54,6 GW, stellt das Global Wind Energy Council (GWEC) in seiner neuen Statistik für 2016 fest. Damit sind weltweit nun Windkraftanlagen mit rund 487 GW installiert. Während die wichtigen Märkte USA und Europa stagnierten, schwächelte der Vorreiter China deutlich: Die neuen Kapazitäten gingen von 30 auf 23,3 GW zurück. Das Land hat mit gewaltigen Netzengpässen zu kämpfen. Als weitere Gründe nennt das GWEC das sich abschwächende Wachstum des Stromverbrauchs und bevorstehende Förderkürzungen der Regierung.

Anzeige*

Einen Rekordzuwachs – allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau – verzeichnete mit 3,6 GW Indien. Der Subkontinent arbeitete sich damit von Rang Fünf auf Platz Vier der Märkte mit den meisten Neuinstallationen vor und das obwohl Premier Narendra Modi vor allem auf die Solarenergie setzt.

 

In Südamerika wächst Chile am stärksten

In Europa konnten nur wenige Staaten mit deutlichen Zuwächsen aufwarten. In Frankreich wurden insgesamt 1,5 GW neu installiert, die Türkei kam mit 1,3 GW erstmals über die Ein- Gigawatt-Marke und die Niederlande landeten mit knapp 0,9 GW erstmals in den weltweiten Top Ten. In Deutschland gingen die Neuinstallationen laut GWEC von 6 auf 5,4 GW zurück. Wie bereits Anfang des Jahres bekannt wurde, war dafür vor allem ein Einbruch im Offshore-Geschäft verantwortlich.

In Südamerika verzeichnete Chile das stärkste Wachstum, die neuen Windkapazitäten stiegen von 170 auf 510 Megawatt (MW). Im wichtigsten Markt Brasilien ging das Volumen dagegen von 2,8 auf 2 GW zurück. Argentinien enttäuschte trotz guter Windbedingungen abermals ohne Neuinstallationen. Mittlerweile seien aber Projekte mit 1,4 GW in der Pipeline, die in den nächsten Jahren ans Netz kämen, schreibt das GWEC.

In Afrika registrierte der Industrieverband schwierige energiepolitische Bedingungen in den aussichtsreichen Märkten Südafrika und Ägypten. In Marokko sei dagegen in den nächsten Jahren damit zu rechnen, dass mehr als 800 MW aus der jüngsten Auktion ans Netz gingen.

Für 2017 rechnet Steve Sawyer, Generalsekretär des GWEC, mit einem starken Jahr. Anlass zur Hoffnung gäben neue Märkte in Südamerika, Afrika und Asien. 

Manuel Berkel
Keywords:
Windenergie | GWEC | Indien | China | EU | Chile | Brasilien | Marokko | Ägypten | Südafrika | Frankreich | Türkei | Niederlande
Ressorts:

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy März 2017

Die neue bizz energy gibt es ab sofort am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de.

 
 

bizz energy Research

Individuell zugeschnittene Studien
und differenzierte Analysen sowie
kurze Reports


Aktuelle Angebote:
» Zur Ausschreibungssimulation
» Zum Kostenbenchmarking Wind Onshore
» Informationen zur Studie "Solarenergie in Chile"



MEHR INFORMATIONEN HIER

bizz energy - iSpin-Technologie - powered by ROMO Wind

Die patentierte iSpin-Technologie misst den Wind genauer als je zuvor – direkt am Spinner, wo er erstmals auf die Anlage trifft. Das bedeutet: bessere Daten, mehr Ertrag, geringere Lasten.

 

Film ab! Energiewende in 25 Sek.

Ihre Kreativität ist gefragt!

Mehr Infos zum bizz energy Video Wettbewerb hier

 

 

bizz energy Veranstaltungen