Solarenergie
07.11.2016

Forscher vermitteln Solarfrieden

Foto: Wikipedia / Koza1983 / CC BY 3.0
Zwei bekannte solarthermische Kraftwerke stehen in der Nähe des spanischen Sevilla.

Bei Großprojekten in Wüstengegenden herrscht seit Langem ein Wettstreit zwischen Photovoltaik und Solarthermie-Kraftwerken. Kölner Wissenschaftler zeigen nun: Optimal ist eine Kombination aus beiden Technologien.

 

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Bis 2030 seien Kosten von unter acht Cent pro Kilowattstunde Strom erreichbar, sagte Robert Pitz-Paal, Direktor des Instituts für Solarforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, gegenüber bizz energy. Das DLR hat im Projekt Thermvolt das Zusammenspiel zweier Technologien zur Stromerzeugung aus Solarenergie untersucht, Photovoltaik und solarthermischen Kraftwerken oder – wie die Technik im Englischen genannt wird – Concentrated Solar Power (CSP).

Letztere kommt in Wüstengegenden zum Einsatz und bündelt Sonnenstrahlen über Reflektoren auf einen Absorber, der Wasserdampf erhitzt, welcher in einem Generator Strom erzeugt. Großer Vorteil gegenüber der Photovoltaik ist, dass die Wärme leicht gespeichert und zeitversetzt zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Allerdings ist konzentrierende Solarthermie durch den massiven Preisverfall der Photovoltaik vergleichsweise teuer.

Die Berechnungen des DLR haben nun ergeben, dass die Kombination beider Technologien in vielen Szenarien bis 2030 die kostengünstigste Möglichkeit ist, ein planbares Einspeiseprofil zu gewährleisten – eine Grundvoraussetzung, um zu jeder Zeit den Strombedarf von Haushalten und Betrieben decken zu können. Bisher sind dazu fossile Backup-Kraftwerke oder teure Speicher nötig. „Für eine CO2-arme Stromerzeugung ist die Kombination aus CSP und PV eine sehr interessante Variante gegenüber vielen anderen Speicheroptionen“, erklärt Institutsdirektor Pitz-Paal.

 

Chile und Marokko als Vorreiter

In Chile baut der spanische Konzern Abengoa seit 2014 an dem ersten Kombikraftwerk Atacama-1 aus 100 Megawatt (MW) Photovoltaik und 110 MW konzentrierender Solarthermie. Das Kraftwerk wird eine abgelegene Mine mit Strom beliefern, die schlecht ans Stromnetz angebunden ist und sich nur zu hohen Kosten mit fossilen Brennstoffen versorgen könnte.

Für ein weiteres Kombikraftwerk bereite Marokko gerade eine Ausschreibung vor, berichtet Pitz-Paal. Der Solarthermie-Experte rechnet damit, dass die Technologie auch deutschen Unternehmen Chancen eröffnen wird. Im Februar hat Marokko in Ouarzazate bereits das reine CSP-Kraftwerk Noor 1 fertiggestellt, etwa 40 Prozent der Komponenten stammen aus der Bundesrepublik. Hiesige Unternehmen können beispielsweise Dampferzeuger, elektronische Bestandteile oder chemische Speichermedien liefern.

Manuel Berkel
Keywords:
CSP | PV | Photovoltaik | Konzentrierende Solarthermie | DLR
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