Digitalisierung
03.11.2017

EWF startet Blockchain-Netzwerk für Energiesektor

Foto: iStock/NicoElNino
Die Blockchain-Technik arbeitet mit einer Kette von verschlüsselten Blöcken.
Update

Die globale Non-Profit-Organisation EWF hat ein Testnetzwerk ihrer Blockchain ins Leben gerufen. Das öffentliche Netzwerk steht nun allen Anwendern im Energiebereich zur Verfügung.

Einen Monat nach der ersten Veröffentlichung ist das Blockchain-Testnetz mit dem Namen Tobalaba nun vollständig für Dritte zugänglich. Startups und Entwickler im Energiesektor können es nutzen, um ihre dezentralisierten Apps zu entwickeln.

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Ziel der Energy Web Foundation (EWF) ist es, mit Hilfe der Blockchain-Technik die Effizienz im Energiegeschäft zu steigern und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen, um den Einsatz von Energieressourcen, insbesondere erneuerbaren Energien, zu verbessern.

Bei der Blockchain handelt es sich grundsätzlich um eine dezentrale Datenbank, die kontinuierlich alle Transaktionen lückenlos und in ihrer Reihenfolge unveränderbar in einer Kette an Datenblöcken aufzeichnet. Dadurch entfallen beispielsweise aufwendige Vorgänge wie buchhalterische Abstimmung und Abrechnung.

Netzwerk steht allen offen

Die neue Testplattform, bestehend aus EWF-Blockchain und einer Ebene für Anwendungsdienste, ist als öffentliches Netzwerk aufgebaut. Die Open-Source-Technologie steht damit sowohl kommerziellen als auch nichtkommerziellen Blockchain-Anwendungen im Energiesektor zur Verfügung. „Der EWF-Blockchain-Client wird unter der GPL V3-Lizenz grundsätzlich offen sein“, sagt Ewald Hesse, Geschäftsführer von Grid Singularity und Vizepräsident der Energy Web Foundation. „Der Quellcode steht der Öffentlichkeit zur Verfügung, wobei kontinuierlich Verbesserungen hinzugefügt und Entwicklungen im EWF Wiki veröffentlicht und auf den jährlichen Gipfeltreffen des Event Horizon präsentiert werden.“ Das Netzwerk soll 2018 in die Beta-Phase gehen und 2019 voll praktisch umgesetzt werden.

Tobalaba ermöglicht es, Transaktionen nach einer gemeinsam vereinbarten Governance-Struktur zu validieren. Erste Tester, die beispielsweise geschäftsrelevante Daten wie Abrechnungen über diese Blockchain laufen und prüfen lassen können, sind die EWF-Partner Singapur Power Group, Engie und Shell zusammen mit den EWF-Gründern Grid Singularity, Rocky Mountain Institute und den Implementierungspartnern Parity Technologies, Brainbot AG und Slock.it. Weitere Anwender kommen laufend hinzu.

Grundlage ist die Ethereum-Blockchain

Die EWF-Blockchain basiert auf der Blockchain-Plattform Ethereum, die für Anwendungen im Energiesektor als geeignet gilt. Die neu entwickelten Berechtigungsfunktionen ermöglichen Positivlisten von Verträgen (Smart Contracts) und Identitäten, die die Standardisierung und die Sicherung in einem ansonsten offenen Netzwerk erleichtern. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, eine möglichst hohe Anzahl von Transaktionen zu ermöglichen.

Die EWF ist eine Non-Profit-Organisation, die globale Anwendungen der Blockchain-Technik im Energiesektor fördert. Durch ihre Energy Web Platform will sie einen Marktstandard entwickeln, der die Interoperabilität sicherstellt, die Kosten und die Komplexität senkt, die derzeit verteilten Blockchain-Initiativen gemeinsam ausrichtet und die Technologie-Einbindung durch einfach zu implementierende Anwendungen ermöglicht.

Experten erhoffen sich von dem Projekt eine Lösung für die bisherigen Probleme öffentlicher Blockchains: Geschwindigkeit und Skalierbarkeit. Unter der Skalierbarkeit eines Systems versteht man dessen Fähigkeit sich mit dem Zuwachs von Ressourcen zu verbessern. Klassische öffentliche Blockchains gelten als nicht skalierbar. Je mehr Ressourcen sie verwalten müssen, desto langsamer werden sie. Auch Sicherheit und Datenschutz sollen bei der EWF-Blockchain gewährleistet sein.

Lesen Sie hier mehr darüber, wie die Blockchain die Energie-Zukunft gestalten kann.

Carsten Kloth
Keywords:
Blockchain | EWF | Energy Web Foundation
Ressorts:
Technology

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