E-Mobilität
12.09.2013

Eon übernimmt Ladestationen von Better Place

Der Energieversorger kauft in Dänemark mehr als 770 Stromtankstellen vom insolventen E-Mobilitätsdienstleister. Am Batteriewechselsystem von Better Place hat Eon aber kein Interesse.

Die dänische Eon-Tochter will sich mit dem Geschäft stärker auf dem Gebiet der Elektromobilität etablieren. Nicht ohne Grund: Die dänische Regierung plant, den gesamten Verkehrssektor im Land bis zum Jahr 2050 auf grüne Energien umzustellen. 

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Der Deal bezieht sich auf 770 Ladestationen für Elektroautos, die Better Place in Dänemark aufgebaut hat. Der Energieversorger entschied sich gegen den Kauf der 18 Batteriewechselstationen. Eon-Landeschef Tore Harritshøj betonte, er sehe im Moment keinen Markt für ein solches System. Das Unternehmen setzt vor allem auf Kunden in Ballungsräumen, die zu Hause, am Arbeitsplatz oder aber im öffentlichen Raum laden und daher keinen Batteriewechsel brauchen. Knapp 400 der von Eon übernommenen Stationen stehen in Kopenhagen. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
 
Geplatze Träume
 
Better Place musste im Frühjahr Insolvenz anmelden. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren knapp 800 Millionen US-Dollar an Kapital eingesammelt. Das vom ehemaligen SAP-Manager Shai Agassi gegründete Start-up wollte sich als führender Anbieter für saubere Mobilität etablieren.  
 
Zu dem Konzept gehörten Batteriewechselstationen, an denen Fahrer von E-Autos in wenigen Minuten die Batterie austauschen können. Doch die Infrastruktur erwies sich als extrem teuer, zudem blieben die Kunden aus. 
 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
E-Mobilität | Eon | Better Place
Ressorts:
Markets

Kommentare

Wenn man sich das 16 Seiten lange Kleingedruckte des Batteriemietvertrages genauer ansieht, ist es kein Wunder, dass die Kunden ausbleiben (Überwachung total, incl. der Möglichkeit, das Elektroauto außer Betrieb zu setzen; interessantes Gebiet für Hacker)

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