Klimawandel
05.09.2017

Energie wird grüner, aber Erderwärmung schreitet fort

Foto: Creative Commons/Nasa
Gletscher und Schmelzwasserseen im Himalaya. Die Erderwärmung gilt als Ursache für das Schrumpfen vieler Gletscher.

Die Schiffsklassifikationsgesellschaft DNV GL, die auch Sicherheitsnormen für Bohrinseln und Offshore-Windenergieanlagen festlegt, erwartet, dass das Zwei-Grad-Klimaziel trotz aller Fortschritte verfehlt wird. Die Energiekosten allerdings sinken.

Die DNV GL rechnet trotz Fortschritten bei der Energiewende mit einem Anstieg der Temperatur um 2,5 Grad. Damit würde das Ziel verfehlt, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Das geht aus der bisher umfangreichsten Energie- und Klimastudie der maritimen Klassifikationsgesellschaft hervor.

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"Dieses Ergebnis muss ein Weckruf an alle Regierungen und Entscheider in der Energiewirtschaft sein.", appelliert DNV GL-Präsident Remi Eriksen in London. "Die Industrie hat zwar große Fortschritte gemacht, es müssen aber noch viel größere Schritte folgen." (Lesen Sie auch: Szenario 2035 – Fahren ohne Benzin und Diesel)

Erdgas langfristig wichtigster Energieträger

Der nun vorgelegte Energy Transition Outlook basiere auf den tiefen Einblicken, welche DNV GL in den Branchen Schifffahrt, Öl- und Gasförderung und erneuerbare Energie habe. Der Studie zufolge läuft die Zeit für Kohle ab und wird der Ölverbrauch in den Jahren 2020 bis 2028 seinen Höhepunkt erreichen. Danach werde Öl als Energieträger und Kraftstoff dramatisch an Bedeutung verlieren.

Der Gasverbrauch werde Mitte der 30er Jahre seinen Höhepunkt erreicht haben, aber Gas werde langfristig der wichtigste Energieträger bleiben – auch im Vergleich zu erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarkraft. Im Jahr 2050 werden fossile und erneuerbare Energie zu etwa gleichen Teilen die Welt versorgen, prognostiziert die DNV GL.

Energie wird billiger

Der Studie nach ist die Energieversorgung langfristig gesichert, zumal ab 2030 der weltweite Energiehunger aufgrund von Energieeffizienzgewinnen sinkt. Auch die weltweiten Energiekosten würden zurückgehen von heute fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf drei Prozent. Der massive Ausbau der immer günstiger werdenden Photovoltaik- und Windkraftanlagen setze zudem auch die fossilen Energieträger unter Preisdruck.

uch die Elektrifizierung des Straßenverkehrs werde zum Rückgang der CO2 Emissionen um 50 Prozent bis2050 beitragen. DNV GL erwartet nämlich, dass Elektrofahrzeuge ab 2022 preislich mit Verbrennern auf einer Höhe sind und ab 2033 einen Anteil von 50 Prozent bei den Neuzulassungen einnehmen werden.

Thomas Bauer
Keywords:
DNV GL | Klimawandel | Erderwärmung | Zwei-Grad-Ziel
Ressorts:
Governance | Markets

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