Klimapolitik
13.04.2016

Edenhofer fordert „koordinierte CO2-Bepreisung“ ab 2030

Foto: MCC
Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change in Berlin und Mitglied des Weltklimarats IPCC.

Weltweit wurde das in Paris verabschiedete Klimaabkommen als „historisch“ gefeiert. Klimaökonom Edenhofer sieht darin jedoch mitnichten einen klimapolitischen Erfolg.

 

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Spätestens ab 2030 müsse sich die internationale Staatengemeinschaft auf „koordinierte CO2-Preise“ einigen. Das forderte Klimaökonom Ottmar Edenhofer am Mittwoch in Berlin. Nur so seien die im Pariser Abkommen festgeschriebenen Ziele erreichbar, sagte Edenhofer. Bis 2050 solle eine Tonne CO2 dann rund 100 US-Dollar kosten.

 

Zusätzlich verlangt Edenhofer die Entwicklung von Techniken für negative Emissionen. Dazu zählt beispielsweise „Carbon Capture and Storage“ (CCS), die Abscheidung und anschließende unterirdische Speicherung von Kohlendioxid. In Deutschland stößt er damit allerdings auf taube Ohren. Hier ist CCS vorläufig gescheitert.

 

Auch mit dem europäischen Emissionshandel ging Edenhofer erneut hart ins Gericht. Dieser sei zum „Wettbüro für politische Ambitionen“ verkommen, moniert der Klimaökonom – und drängt auf eine schnelle Reformierung. Gleiches hatte er bereits vor dem Gipfel im Jahr 2014 im Interview mit bizz energy verlangt (hier lesen).

 

Bei der konkreten Umsetzung der Pariser Ziele sieht der Klimaökonom vor allem China und Deutschland in der Pflicht. Die beiden Nationen haben bis 2017 nacheinander den Vorsitz der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) inne. Sie müssten die Umsetzung des Pariser Vertrages konkret anpacken, verlangt Edenhofer.

 

Im Dezember 2015 hatte sich die internationale Staatengemeinschaft in Paris darauf geeinigt, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf „deutlich unter Zwei-Grad“ zu begrenzen.“ 

Jana Kugoth
Keywords:
Klimagipfel Paris | Klimaabkommen | CO2-Preis | Emissionshandel | Deutschland | China | Klimapolitik | G20
Ressorts:
Governance

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