Finanzen
06.02.2017

Divestment: Irland will Kohle, Öl und Gas verbannen

Foto: Wikipedia/Mike Peel
Das Parlament in Dublin will Kohle, Öl und Gas verbannen.

Als erster Staat weltweit plant Irland, seine Investitionen aus Unternehmen abzuziehen, die ihr Geld hauptsächlich mit Kohle, Öl und Gas verdienen.

Mit der „Fossil Fuel Divestment Bill 2016“ will das Land direkte sowie indirekte Investitionen in kohle- und öllastige Unternehmen aufgeben. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das irische Parlament vor wenigen Tagen verabschiedet.

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Das Gesetz soll „im Lichte des Paris-Abkommens der Dringlichkeit nachkommen, die Erkundung, Förderung und Verbrennung fossiler Energieträger zu beenden, um das Paris-Abkommen rasch umzusetzen“, zitiert die irische Tageszeitung The Clare Herald aus dem Gesetzestext.   

Konkret bedeutet das: Der Ireland Strategic Investment Fund (ISIF) soll das Kapital aus Unternehmen desinvestieren, die ihr Geld mit Kohle, Öl und Gas verdienen. Schätzungen zu Folge ist jeder fünfte Euro des rund 8,5 Milliarden Euro schweren irischen Staatsfonds in Fossile investiert. Zudem soll kein neues Geld mehr in diese Bereiche fließen.

 

Zustimmung vom Finanzausstoß steht noch aus

Damit das Gesetzt ist Kraft tritt, muss der Finanzausschuss des Parlaments noch zustimmen. Die Abstimmung wird in den nächsten Wochen erwartet, für die Umsetzung gilt ab dann eine Fünfjahresfrist. Wohin das Geld umgeschichtet werden soll, ist allerdings noch unklar.

Der irische Staatsfonds ist mit dieser Entscheidung der erste weltweit, der Investitionen in Fossile komplett aus seinem Portfolio streicht. Bislang galt Norwegen als Pionier in diesem Bereich. 2015 hatte das Parlament in Oslo beschlossen, alle börsenorientierten Unternehmen aus seinem Staatsfonds auszuschließen, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle verdienen.

Christina Beberdick von der Umweltschutzorganisation Urgewald begrüßt den Gesetzesentwurf aus Irland. „Zum einen, weil das Land sowohl Investitionen in Kohle als auch Öl und Gas ausschließen will, zum anderen, weil die komplette Lieferkette inklusive Exploration und Verbrennung einbezogen ist“, sagt Urgewald-Finanzexpertin Beberdick im Gespräch mit bizz energy. 
Letztlich komme es jedoch darauf an, wie das Gesetz tatsächlich umgesetzt werde. "Dazu muss offengelegt werden, nach welchen Kriterien desinvestiert werden wird und welche Unternehmen von dem Gesetz betroffen sein werden – wie dies beispielsweise in Norwegen der Fall ist." 

Jana Kugoth
Keywords:
Divestment | Irland | Irischer Staatsfonds | Norwegen | fossile Energieträger
Ressorts:
Finance

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