Windenergie
26.09.2016

Deutschland bei Windenergie noch lange vorn

Foto: Wikipedia / Marius Meyer / CC BY 3.0
In norwegischen Städten wie Bjugn ist der Windstrom so günstig wie nirgendwo sonst in Europa.

Deutschland bleibt nach einer neuen Prognose der HSH Nordbank mindestens bis 2025 der wichtigste Windmarkt in Europa. Dabei produzieren andere Länder längst viel günstiger.

 

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Wie wichtig ein EU-weiter Binnenmarkt für Strom ist, zeigt eine neue Studie der HSH Nordbank zur weltweiten Leitmesse WindEnergy, die am Dienstag in Hamburg beginnt. Ausgerechnet den europäischen Ländern mit den günstigsten Erzeugungskosten für Windstrom sagen die Banker vergleichsweise niedrige Zubauzahlen voraus. Den stärksten Zuwachs sieht die Studie dagegen weiter in der Bundesrepublik.

Am günstigsten ist eine Kilowattstunde Windstrom mit 4,2 Cent in neuen Windparks in Norwegen. Aber auch in allen anderen skandinavischen Ländern sowie in Irland und Portugal betragen die Werte in der Regel weniger als 5 Cent pro kWh. Deutschland liegt mit knapp 6 Cent an einem durchschnittlichen Windstandort nahe am europäischen Mittelwert.

Trotz der nur mittelmäßigen Standortbedingungen boomt die Windenergie in Deutschland wie in keinem anderen Land Europas. Mit ihrer Prognose widerspricht die HSH Nordbank auch Kassandra-Rufen der deutschen Windlobby, die vor einem Markteinbruch durch das ab 2017 geltende Ausschreibungssystem im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewarnt hatte.

 

Kein Einbruch in Deutschland erwartet

Zwar rechnet die HSH – ein großer Projektfinanzierer im Bereich Windenergie – für 2016 und 2017 mit einem Rückgang der Zubauzahlen. Im laufenden Jahr erwartet die Studie einen Nettozubau von 3.900 Megawatt und für das kommende Jahr 3.200 MW. Gegenüber 2015 mit 5.800 MW ist das zwar ein deutlicher Rückgang, allerdings war das auch ein ungewöhnlich gutes Jahr für den deutschen Windmarkt. In den nächsten Jahren wird sich das Wachstum den Prognosen zufolge eher wieder auf die üblichen Werte der Vergangenheit einpendeln.

Im Vergleich mit anderen europäischen Märkten bleibt die Bundesrepublik der Markt mit den höchsten Zubaumengen. Bis 2025 rechnet die HSH Nordbank mit einem Nettozuwachs um 31.400 MW auf dann 76.300 MW. Mit deutlichem Abstand folgen Frankreich mit Zubauzahlen von 19.000 MW und die Türkei mit 15.300 MW.

Ausgerechnet für die Länder mit den geringsten Erzeugungskosten rechnet die HSH Nordbank dagegen nur mit einem verhaltenen Zuwachs. In Schweden sind es demnach 7.900 MW, in Norwegen 3.200 MW und in Portugal sogar nur 1.000 MW.

Manuel Berkel
Keywords:
Windenergie | HSH Nordbank | Schweden | Norwegen | Portugal | Türkei | Irland
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