Studie
25.11.2013

Deutsche Chemiebranche zieht es ins Ausland

BASF AG
Am Standort in Freeport, Texas, produziert BASF Grundchemikalien

Erstmals seit 2001 investieren deutsche Chemieunternehmen wieder mehr im Ausland als zu Hause, so eine aktuelle Erhebung des VCI. In den USA mit ihren niedrigen Energiepreisen stiegen die Investitionen im vergangenen Jahr um über die Hälfte.

Im Jahr 2012 stiegen die Investitionen im Ausland laut Datenerhebung des Branchenverbandes VCI um ein Viertel auf 7,7 Milliarden Euro, während sie in Deutschland bei 6,3 Milliarden Euro stagnierten. Damit lagen seit 2001 erstmals die Auslandsinvestitionen der deutschen Chemieindustrie höher als auf dem Heimatmarkt.

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„Im Ausland – besonders den USA – finden die Unternehmen offensichtlich bessere Produktionsbedingungen vor, mit denen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können“, sagt VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann. Allein in Nordamerika stiegen laut VCI die Investitionen 2012 um über die Hälfte, auf 3,2 Milliarden Euro. 41 Prozent der gesamten Auslandsinvestitionen gingen demnach direkt in die USA, 2005 lag dieser Wert noch bei 28 Prozent. 

Derzeit locken vor allem die niedrigen Energiepreise infolge des US-Schiefergas-Booms nach Übersee. Aufgrund der steigenden Preise in Deutschland ist laut Verband der Strom dort etwa 2,5-mal, Gas sogar dreimal günstiger. Mit den neuen Zahlen im Gepäck erneuert der VCI-Chef deswegen seine Forderung nach einer bezahlbaren Energiewende. „Unsere Unternehmen sind wegen der Kostensteigerungen für Energie am Standort Deutschland erheblich unter Druck.“ 

Während in den USA die günstigen Energiepreise locken, ist es in den Schwellenländern Asiens und Südamerikas die steigende Nachfrage. Deutsche Unternehmen investierten dort im vergangenen Jahr 27 Prozent mehr als 2011, insgesamt 2,6 Milliarden Euro.  

Redaktion
Keywords:
VCI | Chemie | Utz Tillmann
Ressorts:
Markets

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