USA
20.01.2017

Designierter US-Energieminister geht auf Klimaforscher zu

Foto: flickr/Gage Skidmore
Rick Perry, damals noch Gouverneur von Texas.

Überraschende Kehrtwende: Rick Perry erkennt den menschengemachten Klimawandel an – zumindest teilweise.

Hoffnung für Klimaschützer: Der designierte US-Energieminister Rick Perry, bislang bekannt als Klimaskeptiker, schlägt kurz vor der Vereidigung Donald Trumps zum 45. US-Präsident sanftere Töne an. Er glaube an den menschengemachten Klimawandel, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den ehemaligen Gouverneur des US-Bundesstaates Texas. Die globale Erwärmung habe natürliche Ursachen, sei „teilweise aber auch menschengemacht“, sagte er während seiner dreieinhalbstündigen Anhörung im Senat am Donnerstagabend in Washington.

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Jetzt stelle sich die Frage, wie die künftige US-Regierung gegen die Erhöhung der Erdtemperatur vorgehe, ohne dass dies amerikanische Jobs koste, so Perry. Damit vollzieht der 66-Jährige eine 180-Grad-Wendung. Noch 2010 hatte er in einem Buch die Klimawissenschaft als erfundenen bezeichnet.

 

Zurück zu Kohle, Öl und Gas

Als Energieminister soll Perry in der Trump-Regierung eine Energiewende einleiten. Allerdings nicht hin zu erneuerbaren Energien, sondern zurück zu Kohle, Öl und Gas. Während des Wahlkampfes hatte Trump den Kohlekumpel wiederholt versprochen, die verlorenen Arbeitsplätze zurückzubringen. Dazu will er die von Amtsvorgänger Barack Obama erlassenen Ziele zur Senkung des Treibhausgasausstoßes zurückdrehen. Außerdem hinterfragte er den Sinn des 2015 beschlossenen Pariser Klimaabkommens.

Mit seinen Aussagen stellt sich Perry gegen viele andere Mitglieder in Trumps Regierungsteam. Dort tummeln sich die Klimaskeptiker, zum Beispiel Rex Tillerson, Ex-Chef des Ölkonzerns Exxon Mobil und künftiger Außenminister, oder Scott Pruitt, angehender Chef der Umweltschutzbehörde EPA, deren Clean Power Plan er als Generalstaatsanwalt in Oklahoma bekämpft hatte.

Die Klimagemeinschaft ist deshalb in großer Sorge. Sie fürchten einen Ausstieg der USA aus dem internationalen Klimaabkommen.

Ökostromexperten indes schauen optimistisch in die Zukunft: Der neue US-Präsident wird grüne Technologien nicht ins Abseits drängen können, prognostizieren sie. „Grüne Energie hat bereits den Status der Unumkehrbarkeit erreicht“, sagt Jigar Shah, Mitgründer der Solarfirma SunEdison und Cleantech-Investor bei der US-Wagniskapitalfirma Generate Capital, im Gespräch mit bizz energy. „Je früher die Trump-Administration das einsieht, desto schneller kann sie unseren Erfolg für die inländische Produktion und Beschäftigung nutzen.“

 

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Keywords:
USA | Donald Trump | Klimawandel | US-Energieminister | Rick Perry
Ressorts:
Governance

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