Mobilität
04.09.2017

Szenario 2035: Fahren ohne Benzin und Diesel

Foto: Creative Commons/Avda
Elektrische Carsharing-Fahrzeuge in Berlin

In einem neuen Szenario des Wuppertal Instituts kommt der Straßenverkehr ab dem Jahr 2035 ganz ohne Öl aus – und mit viel weniger Privatautos.

Innerhalb von 18 Jahren könnte die Bundesregierung Bahn- und Radverkehr sowie das Angebot gemeinsam genutzter Elektroautos so ausbauen, dass alle Wege in Deutschland ohne klimaschädliche Verbrennungsmotoren zurückgelegt würden. Zu diesem Ergebnis kommt das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie in einer Mobilitätsstudie im Auftrag von Greenpeace.

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Für einen CO2-neutralen Straßenverkehr sind laut Studie tiefgreifende Veränderungen notwendig. So müsste sich der Anteil von Fahrrad- und öffentlichem Verkehr bis zum Jahr 2035 durch einen beschleunigten Ausbau der Infrastruktur verdoppeln. Das Privatauto würde wiederum in Städten an Bedeutung verlieren. Insgesamt müsste sich die Zahl der Privatautos gegenüber 2015 mehr als halbieren von 548 auf 200 Pkw pro 1.000 Einwohner. Die verbleibenden Pkw würden mit erneuerbaren Energien betrieben.

80 Prozent der Lkw an Oberleitungen

Der Transport von Gütern würde dagegen größtenteils von der Straße auf die Schiene verlagert, der  verbleibende Lkw-Verkehr würde zu 80 Prozent über Oberleitungen elektrisch angetrieben. Beim restlichen Lkw-Verkehr kämen klimaverträgliche synthetische Kraftstoffe zum Einsatz.

Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan verbindet die Studienergebnisse mit Kritik an der Bundesregierung: „Seit Jahrzehnten versagt die Verkehrspolitik dabei, den Ausstoß von Schadstoffen zu senken. Die Folge sind alarmierend schlechte Luft in Städten und eine verheerende Klimabilanz." Nur wenn die Bundesregierung heute ein Datum für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor beschließe, werde der Verkehrssektor in Zukunft einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so Stephan.

Thomas Bauer
Keywords:
ÖPNV | Fahrrad | Elektromobilität | Greenpeace
Ressorts:
Governance | Markets

Kommentare

Theoretisch mag das möglich sein, aber praktisch nur in einer Diktatur !

Wenn die Kanzlerin schon sagt, dass wir die Verbrennungsmotoren noch lange brauchen, und auf den Dieselmotor als Brücke zum Klimaschutz nicht verzichten können, kann sie recht haben, wenn der Dieselmotor mit zwei neuen regenerativen sauberen Kraftstoffen als Gasmotor oder Ethanolmotor betrieben wird. Diese Motoren kann man sich in vielen Weltstädten im Einsatz in Bussen betrachten, z. B. in Stockholm, Ankara, London, Bristol sogar als Dopppeldecker. Die MAN baut nur Dieselmotoren und hat diese frühzeitig zu Gasmotoren groß für Schiffe und Klein für Busse umgebaut. In Augsburg und Ankara fahren davon mehr als 2000 Exemplare, und diese Städte haben kein NOx und Feinstaubproblem mehr. MTU -F Heute RR, Baut ebenfalls nur Dieselmtoren und hat über 3000 Gasmotoren für Biogasanlagen etc. verkauft.
Erdgas kann ohne Motorenanpassung und Wirkungsgradverlust auf Bioethanol umgerüstet werden. 9000 Biogasmotoren, alle basieren auf Dieselmotoren laufen seit 20 Jahren in Biogasanlagen in Deutschland.

Wo ist das Problem? Wir müssen nur den Kraftstoff wechseln, aber dass ist technisch gelöst.
Was wir brauchen, sind Algentürme, die energieautark an nahezu jedem Platz
in der Nähe von Verbrauchern aufgestellt werden können um Biogas und Algenöl
produzieren. Den Rohstoff Algen produzieren sie selber. Lagerstätten nur für einen LKW/Tag, 2-4 MW Leistung. Im Energieverbund Strom-Kraftstoff- Wärme arbeiten sie als Sektorkoppelung
moddemann@euklit-power.com

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