Großauftrag
01.08.2013

Bilfinger modernisiert größtes Kohlekraftwerk Europas

depositphotos; Arkadiusz Węglewski

Die Bilfinger-Tochter Babcock Borsig Steinmüller erhält einen weiteren Auftrag für die Erneuerung eines Kessels im polnischen Kohlekraftwerk Belchatow. Die Anlage soll für rund 80 Millionen fit gemacht werden für strengere EU-Emissionsvorgaben.

Die rund 80 Millionen Euro teure Modernisierung soll den Wirkungsgrad und die Leistung des größten Braunkohlekraftwerks Europas weiter erhöhen. „Der Kesselwirkungsgrad verbessert sich durch die Modernisierung um circa zwei Prozent“, erklärt eine Bilfinger-Sprecherin auf Anfrage von BIZZ energy today. Gleichzeitig sollen auch Emissionen verringert werden, um das Kraftwerk an die strengeren Umweltstandards der Europäischen Union anzupassen. Auftraggeber ist der polnische Energieversorger PGE, Baubeginn ist im Januar 2016.

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EU will sauberere Kraftwerke

Hintergrund ist die Large Combustion Plant Directive der EU. Diese setzt für alle Kraftwerke strenge Vorgaben, was den Ausstoß von Schadstoffen wie Feinstaub oder Stickoxiden angeht. Kohlendioxid spielt dabei keine Rolle. Anlagen, die vor 1987 ans Netz gegangen sind, müssen die Vorgaben entweder durch Nachrüstungen erfüllen, oder aber den Betrieb bis 2015 beziehungsweise nach einer Restlaufzeit von 20.000 Betriebsstunden einstellen. EU-weit werden insgesamt 205 Kraftwerke nach diesem Opt-Out-Modell vom Netz gehen.

Die Betreiber des polnischen Kraftwerkes setzen auf eine Modernisierung. Mit einer installierten Leistung von über fünf Gigawatt gehört die Anlage in Belchatow weltweit zu den größten ihrer Art. Ein erst 2011 fertiggestellter Kraftwerksblock mit rund 850 Megawatt erreicht einen Wirkungsgrad von circa 42 Prozent. Zum Vergleich: der Wirkungsgrad moderner GuD-Kraftwerke liegt derzeit bei rund 60 Prozent. 

Für die Bilfinger-Tochter ist es bereits der zehnte Kessel, den sie im Kraftwerk Belchatow modernisiert. Drei dieser Dampferzeuger hat das Spezialunternehmen dabei bereits erneuert. Durch die Modernisierung sinkt die Stickstoffoxidbelastung bei den Anlagen von bis 500 auf maximal 190 Milligramm pro Normkubikmeter (mg/Nm³), so die Sprecherin. Der Grenzwert der Europäischen Union liegt bei 200 mg/Nm³.

 
Daniel Seeger
Keywords:
Babcock Borsig Steinmüller | Bilfinger | Kohlekraftwerk Belchatow | Maschinen- und Anlagenbau
Ressorts:
Markets

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