Energiewende
26.06.2012

Bürger wollen mehr Transparenz

Die Akzeptanz neuer Energievorhaben hängt nicht allein vom Strompreis ab: Die Deutschen wünschen sich mehr Transparenz und Mitspracherecht bei der Energiepolitik, wie eine druckfrische Studie zeigt.

Den Bundesbürgern ist durchaus bewusst, dass der Umgang mit Energie ein zentrales Zukunftsthema ist. Bei ihren persönlichen Kosten-Nutzen-Erwägungen geht es ihnen deshalb nicht nur um die Höhe des Strompreises oder um sparsames Verbraucherverhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Bremer Unternehmensberaters Nextpractice. So stehe die Partizipation und die Möglichkeit einer direkten Einflussnahme über eigene Investitionen in die Stromerzeugung im Vordergrund.

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„Sofern Industrie und Energiewirtschaft höhere Strompreise allein mit dem Hinweis auf den notwendigen Ausbau der Netzinfrastruktur durchsetzen wollen und die damit verbundenen Modernisierungsvorhaben nicht hinreichend begründen, werden sich die Endverbraucher der weiteren Ausgestaltung der Energiewende radikal verweigern“, sagt Peter Kruse, Geschäftsführer bei Nextpractice.
Nehme die Bevölkerung dagegen ökologische Modernisierungsvorhaben als sinnvoll war, sei sie auch bereit, höhere Kostenbelastungen mitzutragen. Vorausgesetzt, sie werde aktiv in die Gestaltungsprozesse eingebunden.

Darüber hinaus kritisieren die Menschen vor allem die als intransparent wahrgenommene Energiepolitik. Es herrsche nicht nur Angst vor der Atomkraft, sondern eine grundsätzliche Skepsis gegenüber allen Formen großtechnologischer Energierzeugung, so die Autoren der Studie. Die Annahme, dass die Bürger die Energiewende vordergrünig als Ausstieg aus der Atomwirtschaft befürworten, sei demnach zu kurz gegriffen. „Gefordert ist eine Beteiligungs- und Investitionskultur, in der die Mitwirkung durch den Bürger ein verbrieftes Grundrecht ist und in der Verstöße gegen die Tranzparenzpflicht unmissverständlich sanktioniert werden“, resümiert Kruse.

Im Rahmen der Untersuchung befragte Nextpractice rund 200 Bundesbürger zum Thema „Energiewende von unten“.

Tina Gilic
Keywords:
Akzeptanz | Energiepolitik | Energieeffizienz
Ressorts:
Markets

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