IAA
10.09.2013

Auto 2.0 rollt an

Redaktion
Vorstellung des BMW i3 auf der IAA

Die deutschen Autobauer zeigen auf der IAA einen Mix aus Luxus, Assistenzsystemen und alternativen Antrieben. Computer und Auto verschmelzen immer mehr.

Wohl kein Autobauer hat bisher so viel Geld in die Entwicklung von Elektroautos investiert wie BMW: Ein neues Werk in Leipzig, ein neuer und teurer Leichtbauwerkstoff sowie ein neues Vertriebskonzept.

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Entsprechend opulent fiel die BMW-Präsentation auf der Internationalen Automobil-Ausstellung am Dienstag in Frankfurt aus. Gleißendes Licht, stampfende Beats und eben die neuen i-Modelle des Autobauers. „Wir glauben an den Erfolg der Elektromobilität“, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer. Es klang fast wie ein Mantra. Misslingt das E-Geschäft, dürften auch für Reithofer ungemütliche Zeiten anbrechen. 

Noch schwimmen die Münchner auf einer Welle des Erfolgs. Im August erzielte BMW mit 140.000 verkauften Fahrzeugen einen neuen Absatz-Rekord.

Auto sucht Straßenbahn

Ab Herbst startet BMW seine E-Offensive. Dann rollt der Stadtwagen i3 zu den Händlern. BMW verspricht bei äußerst kompakten Außenmaßen einen Innenraum auf Niveau des BMW Dreier. Möglich machen sollen dies unter anderem die schwenkbaren Türen.

Nur 1.200 Kilogramm bringt der Carbon-Wagen auf die Waage. „Wir haben das Mehrgewicht der Batterie“, sagte Reithofer. Der Einsatz des teuren Werkstoffes treibt den Preis des Wagens. Mindestens 35.000 Euro müssen Käufer anlegen. Dafür bekommt der Kunde alles an Vernetzungstechnik, was möglich ist. Beispielsweise eine Info darüber, wann und wo die nächste Straßenbahn kommt, falls der Verkehr mal wieder stockt.

Ab dem kommenden Jahr kommt der Hybrid-Sportwagen i8 auf den Markt, der in Frankfurt seine Weltpremiere feiert. Für Reithofer „der beste Wagen, den wir je gebaut haben“. Der mit kombiniertem Benzin- und Elektroantrieb ausgestattete Wagen soll laut BMW im Schnitt mit 2,5 Litern Sprit auskommen. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 59 Gramm. Ebenfalls im Jahr 2014 plant der Autobauer eine Plug-in-Variante für den Geländewagen X5. Der soll bei einer Leistung von 270 PS nur 3,6 Liter Sprit verbrauchen, so das Versprechen.

VW wird elektrisch

Auch Volkswagen startet nach Jahren des Zögerns in das Zeitalter des elektrischen Fahrens. Der Kleinwagen Up ist ab November mit einem Batterieantrieb zu haben. Volkswagen ruft für das Auto knapp 27.000 Euro auf. „Wir machen E-Mobilität für die breite Masse zugänglich“, betonte der neue Entwicklungsvorstand Hans-Jakob Neußer.

Ebenfalls auf der IAA zu sehen: Die Batterievariante des Golf, der ab dem kommenden Jahr zu haben ist. Der VW-Bestseller soll mit E-Antrieb und Batterie 190 Kilometer fahren können. Ein Preis steht noch nicht fest. Wohl aber, dass ebenfalls im kommenden Jahr eine Plug-in-Variante des Golf auf den Markt kommt, zusammen mit dem Schwestermodell Audi A3.

Weitere E-Fahrzeuge von VW werden folgen. Der Autobauer hat ein Ziel: Im Jahr 2018 sollen drei Prozent aller weltweit verkauften Autos über einen Batterie- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb verfügen. Bei einer anvisierten Verkaufszahl von zehn Millionen Autos also immerhin 300.000 Stück pro Jahr.

Automatisiertes Fahren

Bei Daimler steht die diesjährige IAA-Präsenz ganz im Zeichen der neuen S-Klasse. Mit der Erneuerung seines Flaggschiffs will der Stuttgarter Autobauer wieder an Fahrt gewinnen, vor allem auf den wichtigen Exportmärkten in China und USA.

Erstmals wird die S-Klasse mit automatischen Fahrassistenten ausgeliefert: Im Stau steuert der Wagen von selbst. Was mit Kamera und Radartechnik noch möglich ist, demonstrierte Daimler vor einigen Wochen. Eine entsprechend ausgestattete S-Klasse fuhr selbständig von Mannheim nach Pforzheim – die gleiche Strecke wie vor über 100 Jahren Berta Benz im Benz-Motorwagen.

Kleine elektrische Helfer, etwa zum Ein- und Ausparken, haben mittlerweile alle Hersteller im Programm, auch für Modelle unterhalb der Oberklasse.

Bis die vollautomatischen Fahrsysteme im Alltag Einzug halten, werde aber noch einige Zeit vergehen, glaubt Daimler-Chef Dieter Zetsche. Dass Auto und Computer immer mehr verschmelzen sei aber ein unumkehrbarer Trend, so Zetsche. „Beide Erfindungen kommen aus Deutschland und werden die Mobilität revolutionieren.“

Bei den rein elektrischen Antrieben setzen die Stuttgarter weiter auf den Smart. Ab Herbst 2014 soll dann die bereits in den USA verfügbare Elektrovariante der B-Klasse in Europa auf den Markt kommen. Einen Plug-in-Hybrid bietet Daimler nun erstmals für die S-Klasse an. Der Wagen soll im Schnitt drei Liter Sprit verbrauchen und 69 Gramm CO2 ausstoßen.

 

 

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
IAA | E-Mobilität | Auto | BMW | Daimler | Volkswagen
Ressorts:
Markets

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