Energiehandel
26.09.2017

Australiens Energieriese Origin testet Blockchain

Foto: iStock/Andrey Moisseyev
Solarzellen auf australischen Häuserdächern.

Der australische Energiekonzern Origin Energy arbeitet mit dem Blockchain-Startup Power Ledger zusammen, um eine neue Energiehandelsplattform zu testen.

Mit Hilfe der Blockchain soll ein Handel mit überschüssiger Energie zwischen Privatleuten organisiert werden, was zudem die Stromnetze entlastet und stabilisiert. Konkret will das Projekt von Origin und Power Ledger untersuchen, ob mit Hilfe von Kundendaten Optimierungen im Rahmen eines Peer-to-Peer-Stromnetzwerks erreicht werden können – also eines direkten Stromhandels zwischen Haushalten, die beispielsweise über Solaranlagen verfügen.

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„Durch Peer-to-Peer Energiehandel haben wir die Möglichkeit, enormen Nutzen für die Konsumenten freizusetzen“, sagt David Martin, Manager bei Power Ledger. „Auch wenn die Technologie natürlich noch in den Kinderschuhen steckt, wollen wir doch die Potentiale des Peer-to-Peer-Handels von Strom für unsere Kunden erforschen.“, sagt Tony Lucas, Manager bei Origin Energy. Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen und das Nutzerverhalten sollen in dem Testzeitraum von Oktober bis zum Ende des Jahres untersucht werden.

Origin Energy ist einer der größten australischen Energiekonzerne. Das Unternehmen mit Sitz in Sydney fördert Erdgas und Erdöl, betreibt Kraftwerke und ist auch im Bereich der erneuerbaren Energien tätig.

Der australische Startup Power Ledger ist ein Solar-Panel-Hersteller, der sich im Rahmen eines Feldversuchs schon länger mit dem Thema Energiehandel über Blockchain beschäftigt. Zuletzt hat das Unternehmen über ein Initial Coin Offering (ICO) umgerechnet rund 11,4 Millionen Euro eingesammelt. Bei einem ICO wird über eine Blockchain-basierte Kryptowährung Kapital eingesammelt.

Auch in Deutschland experimentieren Energieunternehmen mit der Blockchain-Technik. So beispielsweise das Allgäuer Unternehmen Sonnen zusammen mit Übertragungsnetzbetreiber Tennet und IBM. Der Batteriespeicherhersteller Sonnen hat im August einen neuen Absatzrekord erzielt und erwartet erstmals einen Lieferengpass. Grund ist eine große Nachfrage nach benötigten japanischen Modulen aus Australien, die dann hierzulande nicht zur Verfügung stehen.

Australien erlebt eine Energiekrise. Strom und Gas werden immer teurer und die Versorgungssicherheit scheint nicht mehr garantiert zu sein – eine Reihe von Blackouts im Laufe des Jahres machte dies deutlich. Investitionen in Photovoltaik, dezentraler Erzeugung und neue Technologien wie Blockchain sollen offenbar helfen, diese Energiekrise zu überwinden.

Mehr über die Energiekrise in Australien in der September-Ausgabe von bizz energy. Unser Magazin ist im gut sortierten Zeitschriftenhandel, bei unserem Abonnentenservice unter bizz-energy@pressup.de oder als E-Paper im iKiosk erhältlich.

Carsten Kloth
Keywords:
Blockchain | Origin Energy | Power Ledger
Ressorts:
Technology

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