Windkraft auf See
27.07.2016

14 Milliarden Euro für Offshore Windkraft

Foro: Siemens
Der Windkraft-Zubau auf See unterliegt großen Schwankungen, neue Milliarden-Investitionen sollen ihn weiter anschieben.

Die europäische Offshore-Branche hat im ersten Halbjahr 2016 rund 14 Milliarden Euro investiert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind allerdings 80 Prozent weniger Anlagen ans Netz gegangen. Nur in Deutschland und den Niederlanden wurden bislang neue Offshore-Windmühlen ans Netz angeschlossen.

 

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In den ersten sechs Monaten diesen Jahres hat die Windindustrie 14 Milliarden Euro in den Offshore-Anlagenbau vor Europas Küsten gesteckt. Das berichtet der weltgrößte Windenergieverband Wind Europe in einem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Gutachten.

„Diese Rekordsumme zeigt eine klare Zustimmung zu Offshore Windkraft von Seiten der Industrie“, wirbt Giles Dickson, Vorstand von Wind Europe dazu. Neue Anlagen mit insgesamt 3,7 Gigawatt (GW) könnten damit finanziert werden, heißt es in dem Gutachten. Gleichzeitig warnen die Windmüller vor ausbremsenden Regulationen. Wind-Europe-Vorstand Dickson kommentiert: „Da draußen lauern noch eine Menge Gefahren für Offshore Wind. Nicht zuletzt die Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Ausschreibungs-Volumen und Regulationen nach 2020“.

 

Hoher Kostendruck

Insgesamt wurden mit nur 0,5 GW im ersten Halbjahr jedoch knapp 80 Prozent weniger Offshore-Anlagen ans Netz angeschlossen als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nur in Deutschland (258 Megawatt) und den Niederlanden (253 Megawatt) gingen neue Seekraftwerke ans Netz. Europaweit stellen derzeit 82 Offshore-Windfarmen in elf Ländern rund 11,5 GW Offshore-Leistung zur Verfügung.

Die Offshore-Branche liefert sich derzeit einen Wettbewerb bei den Kosten pro Megawattstunde. Neun europäische Staaten, darunter auch Deutschland, haben im Juni eine Absichtserklärung unterzeichnet, ihre Kooperation im Offshore-Bereich auszubauen. Gleichzeitig versprachen elf Energieunternehmen in einer gemeinsamen Erklärung die Seewind-Kosten 2025 auf 80 Euro pro Megawatt zu senken. Dabei setzen sie einen Ausbau von 4 bis 7 GW jährlich voraus.

In den Niederlanden ist diese Grenze kürzlich bereits gefallen. Für die niederländischen Offshore-Windparks Borssele 1 und 2 hat sich der dänische Energiekonzern Dong Energy bei einer Ausschreibung mit einem Angebotspreis von 72,70 Euro pro Megawattstunde durchgesetzt. Gleichzeitig forschen die Unternehmen vermehrt an schwimmenden Windkraftanlagen. Auch davon verspricht sich die Offshore-Industrie sinkende Kosten.

 

Kritik von Verbraucherschützern

Weil Offshore-Windparks derzeit eine der teuersten Formen der regenerativen Stromerzeugung sind, stehen sie in der Kritik von Verbraucherschützern. Berechnungen von bizz energy Research haben ergeben, dass die Eigenkapitalrenditen bei 25 Prozent liegen. Eine Rendite in dieser Höhe sei die Bedingung für Investitionen, hatte auch der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EWE, Matthias Brückmann, in einem Interview in der Juni-Ausgabe von bizz energy bestätigt. 

Tim Lüdtke / Jana Kugoth
Keywords:
Dong | WindEurope | Offshore | Windkraft | Erneuerbare | Energie
Ressorts:

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