BIZZ-Exklusiv
12.09.2013

„Gasfahrzeuge ernstzunehmende Alternativen zu Hybrid“

Kia
Kia Deutschlandchef Martin van Vugt

Im Interview mit BIZZ energy today erklärt Kia Deutschlandchef Martin van Vugt zum Auftakt der Automesse IAA die Strategie der Koreaner bei Hybrid, Erdgas und Elektromobilität und spricht über die Perspektiven auf dem deutschen PKW-Markt.

BIZZ energy today: Herr van Vugt, der Automarkt in Deutschland und Europa schwächelt derzeit. Wie sind Ihre Prognosen für 2013?

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Martin van Vugt: Kia hat in den ersten sechs Monaten vier Prozent mehr Autos verkauft, in einem insgesamt schwachen Markt. Diesen Trend wollen wir fortsetzen. Was die Entwicklung des Gesamtmarktes angeht, bin ich aber eher vorsichtig. Ich glaube nicht, dass wir die Marke von drei Millionen verkauften Autos in Deutschland erreichen werden. Der Fuhrpark hierzulande ist schon auf hohem Qualitätsniveau, der Bedarf an neuen Autos ist also nicht so groß. Trotzdem bleibt Deutschland für uns einer der wichtigsten Märkte. 

Jetzt begann die Leitmesse IAA in Frankfurt. Mit welchen Neuheiten sind Sie vor Ort?

Wir zeigen das Facelift des Kia Optima, den neuen Kia Soul sowie die Crossover-Studie Kia Niro. Wann die Studie auf den Markt kommt, kann ich noch nicht sagen, aber unsere Studien sind immer sehr seriennah. 

Die Nachfrage nach Crossover-Modellen oder Mini-SUVs ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 

Ja, der Gesamtmarkt ist zwar saturiert, aber es gibt Verschiebungen, weil sich die Bedürfnisse der Kunden ändern. Sie mögen etwa die erhöhte Sitzposition in diesen Fahrzeugen.

Welche Rolle spielen alternative Antriebe in Ihrer Strategie? 

Wir bieten seit einigen Monaten einen Hybrid-Antrieb für den Optima an. Auf der IAA werden wir zudem einen Picanto mit einem Flüssiggasantrieb vorstellen. Der Wagen hat einen bivalenten Motor und gehört zu den effizientesten in seiner Klasse.

Auch andere Hersteller bieten immer mehr Erdgasautos an. Ist die Nachfrage gestiegen?

Es gibt einen klaren Trend. Erdgas- und Flüssiggasantriebe sind ernstzunehmende Alternativen zu Hybrid-Fahrzeugen.

Was ist mit reinen Elektroautos?

Wir werden im kommenden Jahr ein Elektroauto vorstellen, ob und wann wir dieses auf den Markt bringen, lässt sich aber heute noch nicht sagen.

Wovon hängt das ab?

Der Business-Case muss passen. Im Moment ist es so, dass niemand mit E-Autos Geld verdient. Die Hersteller zahlen alle drauf, das werden wir nicht tun. Wir haben in der Hyundai-Gruppe aber die Technologien für Batterie- und Brennstoffzellenfahrzeuge verfügbar. Wir können also liefern, wenn es der Markt verlangt.

Woran hakt es noch?

Im Moment sind die Kosten für den Kunden einfach zu hoch. Für eine Privatperson rechnet sich ein Elektroauto nicht.

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Martin van Vugt | Kia | E-Mobilität | IAA
Ressorts:
Markets | Community

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